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Hatten Sie schon einmal Ohrgeräusche? Wenn ja, dann können Sie sicher leicht nachempfinden, wie unangenehm und störend das Klingeln im Ohr sein kann. Wenn es zum ersten Mal auftritt, versuchen Sie wahrscheinlich, das Summen aus den Tiefen Ihres Gehörgangs zu ignorieren und den Rest des Tages so gut es geht zu überstehen. Der Ärger beginnt erst richtig, wenn Sie die Geräusche in Ihrem Kopf trotz aller Bemühungen nicht mehr ignorieren können. Das ist der Punkt, wenn Sie versuchen, sich selbst davon zu überzeugen, dass es keinen Grund zur Sorge gibt. Die Angst, dass der Tinnitus bleibt, ist schließlich übertrieben und in der Regel verschwindet ein Tinnitus doch von selbst. Aber wenn die Tage vergehen und die lauten Geräusche und das Summen unaufhörlich bleiben, beginnen Sie sich trotz des guten Zuredens Sorgen zu machen und daran zu zweifeln, dass das Klingeln jemals aufhören wird.

Wie häufig ist Tinnitus?

Egal, ob Sie gerade etwas Ähnliches durchmachen oder immer wieder unter Tinnitus leiden, Sie sind nicht allein. Laut der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. leiden in Deutschland jährlich rund 10 Millionen Menschen zumindest einmal an einem Tinnitus. Bei rund 2,7 Millionen Menschen tritt der Tinnitus chronisch auf. Der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V. beschreibt verschiedene Schweregrade, die von einfachen Unannehmlichkeiten bis hin zur Berufsunfähigkeit reichen.
Das Risiko für einen Tinnitus steigt mit dem Alter und ist zwischen 65 und 84 Jahren am höchsten. Die Inzidenzrate liegt dann bei 27 Prozent. Es überrascht kaum, dass es einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Grad des Hörverlustes und der Häufigkeit von Tinnitus gibt. Ungefähr 25 Prozent der Tinnitus-Betroffenen geben an, dass ihr Tinnitus laut ist, und 20 Prozent berichten, dass er sie behindert. Es gibt zwar keine Patentlösung gegen Tinnitus, aber je nach Ursache kann man ihn recht effektiv behandeln.

Wann verschwindet der Tinnitus von selbst?

Obwohl Tinnitus manchmal lange Zeit bestehen bleibt, ist er in den meisten Fällen nur ein vorübergehendes Phänomen und verschwindet von selbst. Dazu zählt der lärmbedingte Tinnitus – wenn Ihnen beispielsweise die Ohren nach einem Konzertbesuch klingeln. Diese Art von Klingeln im Ohr ist auf eine vorübergehende Schädigung durch den Lärm zurückzuführen und wird wahrscheinlich nach ein paar Tagen wieder abklingen.
Glauben Sie aber nicht, dass es keine negativen Folgen hat, wenn Sie Ihr Gehör einem extremen Lärmpegel aussetzen. Im Gegenteil, ein lärmbedingter Hörverlust kann mit der Zeit chronisch werden.
Frau greift sich vor Schmerzen an Kopf

Was aber, wenn der Tinnitus anhält?

Es kann sehr beunruhigend sein, wenn der Tinnitus über Wochen und Monate hinweg anhält. Sollte er selbst nach drei Monaten nicht verschwunden sein, wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin ihn als chronisch einstufen. Obwohl ein ständiges Klingeln und Summen in den Ohren sehr lästig ist, ist das Geräusch in der Regel so schwach, dass man lernen kann, damit zu leben.

In anderen Fällen ist der Tinnitus jedoch so laut, dass die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigt wird. Die Geräusche können so lähmend sein, dass die Betroffenen unter ständigem Stress stehen, sich nicht mehr konzentrieren oder sogar nicht mehr schlafen können.

Ganz egal, wie lange Sie schon an einem Tinnitus leiden, warten Sie nicht Monate damit, sich Hilfe zu suchen. Ein Besuch bei einer Hörgeräteakustikerin oder einem Hörgeräteakustiker kann helfen, den Tinnitus zu bekämpfen.

Was verursacht Tinnitus?

Lärm
Eine der häufigsten Ursachen für Tinnitus sind laute Geräusche, die die Sinneszellen der Cochlea im Innenohr schädigen. Das kann passieren, wenn Sie sich beispielsweise lange in einer lauten Umgebung aufgehalten haben, wenn Sie im Flugzeug mehrere Stunden lang in der Nähe eines dröhnenden Düsentriebwerks sitzen oder, noch schlimmer, wenn Sie bei einem Rockkonzert direkt vor dem Lautsprecher stehen.

Auch durch ein akustisches Trauma kann Ihr Ohr geschädigt werden. Ein akustisches Trauma ist eine Verletzung des Innenohrs, die durch Geräusche mit hoher Dezibel-Zahl verursacht wird. Solche Schäden können nach einer kurzen Einwirkung von starkem Lärm oder nach wiederholter Einwirkung von Geräuschen über einen längeren Zeitraum auftreten. Eine Explosion ist ein gutes Beispiel für ein akustisches Trauma. Ziehen Sie das Tragen eines Gehörschutzes wie Gehörschutzstöpsel oder Ohrenschützer in Betracht, um das Risiko von Gehörschäden zu verringern, wenn Sie Situationen mit wortwörtlich ohrenbetäubendem Lärm ausgesetzt sein könnten.
Ein durch Ohrenschmalzablagerungen verstopfter Gehörgang
Obwohl die Ohren normalerweise selbstreinigend sind, kann sich manchmal überschüssiges Ohrenschmalz bilden, das unter Umständen professionell entfernt werden muss. Wenn überschüssiges Ohrenschmalz das Trommelfell berührt, kann es Druck erzeugen und die Schwingungen des Trommelfells verändern. Das führt zu Tinnitus-Symptomen.
Chronische Mittelohrentzündung
Mittelohrentzündungen, auch bekannt als Otitis media, treten auf, wenn die Ohrtrompete Krankheitserreger (Bakterien und Viren) im Gehörgang festhält. Diese Art der Mittelohrentzündung kommt bei Kindern sehr viel häufiger vor als bei Erwachsenen. Das Klingeln im Ohr ist nur eines der vielen Symptome, die auftreten können. Weitere Symptome für eine Mittelohrentzündung sind Fieber, Ohrenschmerzen und Schwindel.

Während Mittelohrentzündungen in der Regel innerhalb weniger Wochen abklingen, können Innenohrentzündungen viel länger andauern und das Risiko erhöhen, dass ein Tinnitus auftritt.
Gerissenes (perforiertes) Trommelfell
Ein gerissenes Trommelfell (Trommelfellperforation) ist in der Regel ein Riss in dem dünnen Gewebe, das den Gehörgang vom Mittelohr trennt. Die Komplikationen eines gerissenen Trommelfells sind ein möglicher Hörverlust und eine erhöhte Anfälligkeit für Mittelohrentzündungen. Sowohl Infektionen als auch ein Hörverlust erhöhen das Risiko, Ohrgeräusche zu entwickeln.
Otosklerose
Otosklerose ist eine Erkrankung der Knochen im Mittel- und Innenohr, die häufig zu Hörverlust führt. Ein Symptom der Otosklerose ist der Tinnitus. Wenn die Krankheit fortschreitet, können beide Ohren betroffen sein. Es ist wichtig, eine Otosklerose behandeln zu lassen, unabhängig davon, ob Sie Töne oder Geräusche in Ihrem Ohr hören. Bleibt die Krankheit unbehandelt, kann sie zu einem schweren Hörverlust führen. Mit einem Hörgerät kann eine leichte Taubheit aufgrund einer Otosklerose behoben werden, aber oft ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich, damit das Gehör wieder normal funktioniert.
Morbus Menière
Die Menière-Krankheit beeinträchtigt das Innenohr und verursacht starken Schwindel, Ohrensausen, Hörverlust und ein Gefühl der Verstopfung im Ohr. Diese Erkrankung betrifft in der Regel nur ein Ohr.
Pulsierender Tinnitus
Ein pulsierender Tinnitus ist insofern einzigartig, als das Geräusch in Ihrem Ohr im Rhythmus Ihres Herzschlags pulsiert. Es gibt zwar viele mögliche Auslöser dafür, aber die häufigste Ursache ist hoher Blutdruck.
Nebenwirkungen von Medikamenten
Zu den Nebenwirkungen einiger Antibiotika, Krebsmedikamente und Malariamittel gehört das Klingeln im Ohr. Wenn Sie eines dieser Medikamente einnehmen, sollten Sie die Nebenwirkungen in der Packungsbeilage gründlich lesen. Ist Tinnitus aufgelistet, können Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über alternative Medikamente sprechen.
Keine offensichtliche Ursache
Wenn Ihr Arzt oder Ihre Ärztin die Ursache für Ihren Tinnitus nicht feststellen kann, spricht man von einem primären oder idiopathischen Tinnitus. Leiden Sie für mehr als drei Monaten unter Geräuschen, ohne eine erkennbare Ursache nennen zu können, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Tinnitus von selbst verschwindet. Zum Glück können Sie verschiedene Behandlungsmöglichkeiten in Betracht ziehen.

Was hilft gegen Tinnitus?



Mann mit Ohrenschmerzen
  • Ohne die Ursache für Ihre Tinnitus-Symptome zu kennen, ist es schwierig, die beste Behandlungsmethode zu empfehlen. Aber sobald Sie wissen, womit Sie es zu tun haben, wird die Sache einfacher. Je nach Ursache haben Sie verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Manche Menschen finden Linderung durch:
    • kognitive Verhaltenstherapie
    • Geräte zur Geräuschunterdrückung
    • Hörgeräte.
Diese Optionen können helfen, die Symptome zu kontrollieren und die Lebensqualität zu erhalten.
  • Wenn die Ursache Ihrer Probleme eine Otosklerose ist, kann eine Operation die beste Option sein, um wieder normal hören zu können. Trotz der hohen Erfolgsquote entscheiden sich viele Betroffene gegen einen chirurgischen Eingriff und verwenden stattdessen Hörgeräte.
  • Sollten Ihre Symptome die Folge einer schmerzhaften Ohrinfektion sein, kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Ihnen ein Antibiotikum verschreiben, um beide Probleme zu lösen.

Wann werde ich das Piepen im Ohr los?

Es ist schwer zu sagen, wann das Klingeln in Ihrem speziellen Fall aufhören wird. Glücklicherweise verschwinden die Tinnitus-Symptome in der überwiegenden Mehrheit der Fälle von selbst. Doch je länger ein Tinnitus anhält, desto wahrscheinlicher ist es, dass Sie es mit einem chronischen Problem zu tun haben. Auch dann kann das Klingeln ohne Behandlung plötzlich aufhören, wobei das aber eher unwahrscheinlich ist. In jedem Fall ist es ratsam, die Ohren untersuchen zu lassen, ganz besonders, wenn die Geräusche und der Lärm im Ohr immer störender werden.
Frau mit Hut draußen
Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich zu Schulungs- und Informationszwecken. Diese Informationen sind kein Ersatz für eine professionelle medizinische Beratung. Wenn Sie Fragen bezüglich Ihrer Gesundheit haben, sollten Sie sich immer an einen Arzt, eine Ärztin oder eine andere medizinische Fachkraft wenden.

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