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Eine Innenohrentzündung ist eine Erkrankung, die durch eine Infektion des Mittel- oder Innenohrs hervorgerufen wird. Eine solche Entzündung kann sich auf Ihren Gleichgewichtssinn auswirken, die Koordination von Bewegungen erschweren, Ihr Hörvermögen beeinträchtigen sowie zu Drehschwindel, Übelkeit und Ohnmacht führen. Zum Glück klingt diese Entzündung in der Regel von alleine ab und tritt nur selten erneut auf. Dieser Artikel befasst sich mit den Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten sowie der Linderung der Symptome und geht darauf ein, wann es Zeit wird, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen.

Arten und Ursachen sowie Symptome und deren Linderung

Eine Innenohrentzündung kann sehr schnell und ganz plötzlich auftreten. Dabei wird Ihr Hörvermögen beeinträchtigt, manchmal auch Ihre Sehkraft. Sie fühlen sich möglicherweise leicht benommen, der Gleichgewichtssinn ist gestört und es kommt zu einem Drehschwindel, der mit Übelkeit einhergeht. Das macht das Reisen oder selbst das Geradeausgehen schwierig.

Zum Glück handelt es sich um einen vorübergehenden Zustand, Langzeitauswirkungen (wie Gehörverlust) kommen nur selten vor. Aber je mehr Sie darüber wissen, umso besser können Sie auch damit umgehen und die Erkrankung behandeln.
Frau mit Kopfschmerzen
Nachstehend finden Sie einige häufig gestellte Fragen und Antworten zum Thema Innenohrentzündung und zur Infektion, durch die diese verursacht wird, sowie Informationen zu Symptomen, Behandlungsmöglichkeiten und Therapien, Folgen, Auswirkungen und mehr.

Was ist eine Innenohrentzündung?

Eine Innenohrentzündung wird durch eine Infektion des  Mittel- oder Innenohres hervorgerufen. 

Sie beginnt mit einer Entzündung des Gleichgewichtsnervs, auch „Neuritis vestibularis“ genannt. In Ihrem Innenohr gibt es zwei solcher Nerven, die beide Signale an das Gehirn senden. Diese Signale wirken sich auf Ihren Gleichgewichtssinn, Ihre Körperkontrolle und die Fähigkeit, sich im Raum zu bewegen, aus. Im Innenohr befindet sich das sogenannte Labyrinth, ein Sammelsurium aus winzigen Kanälen, Röhrchen und mit Flüssigkeit gefüllten Hohlräumen. Diese Flüssigkeit macht jede Bewegung Ihres Kopfes mit und verrät dem Gehirn, wie Sie Ihren Kopf gerade halten und in welche Richtung Sie sich bewegen. Die Kanäle sind mit der Hörschnecke verbunden, die sich in der Nähe des Trommelfells befindet. Sie sendet spezielle Signale an das Gehirn, das diese als Geräusche interpretieren kann.

Bei einer Mittelohrinfektion sind die Kanäle im vestibulären System entzündet. Dies kann die Übermittlung beider Arten von Signalen (Bewegung und Ton) beeinträchtigen.
Graphik zur Innenohrentzündung
Es kommt zu Gleichgewichtsstörungen, wenn ein Ohr Signale an das Gehirn sendet, die sich von den Signalen des anderen Ohrs unterscheiden. Dies führt zu Schwindel, insbesondere bei plötzlichen Kopfbewegungen. Kopfschmerzen sind bei einer Innenohrentzündung ganz normal, ebenso Drehschwindel. Dann haben Sie das Gefühl, als würden Sie sich bewegen, obwohl das gar nicht der Fall ist.

Welche Symptome treten bei einer Innenohrentzündung auf?

Sowohl die Neuritis vestibularis als auch eine Innenohrentzündung sind normalerweise nicht von Dauer, sondern klingen nach ein paar Wochen ab. Manchmal dauert es jedoch ein wenig länger.

Die Neuritis vestibularis kommt häufiger vor, ihre Symptome ähneln jedoch der Innenohrentzündung. Schwindelgefühl und allgemeines Unwohlsein treten in beiden Fällen auf. Allgemein wirkt sich die Neuritis vestibularis auf Ihren Gleichgewichtssinn und Ihre Bewegungen aus, während eine Innenohrentzündung Ihren Gleichgewichtssinn und Ihr Hörvermögen beeinträchtigt.

Zu den häufigsten Symptomen zählen Gehörverlust, Druckgefühl und Schmerzen in den Ohren, Flüssigkeitsaustritt aus dem Ohr, Probleme, scharf zu sehen, leichte Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen, Benommenheit, Gleichgewichtsstörungen, veränderte Gangart sowie Drehschwindel. Schon das Laufen in gerader Linie kann zu einer echten Herausforderung werden. Manche Menschen können nicht mehr aufrecht stehen. Andere fallen in Ohnmacht.

Diese Symptome werden oft von Fieber (durch die Infektion bedingt), Übelkeit und Erbrechen (durch das Drehgefühl), ein allgemeines Krankheitsgefühl sowie Klingeln in den Ohren (Tinnitus) begleitet. 

Schließlich kommt bei vielen Menschen noch Angst hinzu, wenn alle diese Symptome zeitgleich auftreten.

Wie entsteht eine Innenohrentzündung?

Eine Innenohrentzündung wird durch eine Viren- oder Bakterieninfektion verursacht, die sich bis ins Ohr ausbreitet. Sie entsteht durch eine virale Infektion der Nase, des Mundes, der Brust oder der oberen Atemwege. Die Erkrankung ist nicht ansteckend, Sie können sie also nirgends einfangen oder weitergeben. Allerdings kann sie durch eine Erkältung oder einen grippalen Infekt ausgelöst werden und diese sind ansteckend.

Das Alter ist sicherlich ein begünstigender Faktor. Die meisten Fälle einer viralen Innenohrentzündung treten bei Erwachsenen im Alter von 30–60 Jahren auf. Eine Innenohrentzündung kann aber in jedem Alter vorkommen. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Rauchen, Alkohol und Stress können überdies zu einer höheren Anfälligkeit beitragen. Auch bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kommt diese Erkrankung häufiger vor.
Ältere Frau mit Ohrenschmerzen

Ist eine Innenohrentzündung ein Grund zur Sorge?

Die gute Nachricht ist, dass eine Innenohrentzündung normalerweise eine einmalige Sache ist. 
Obwohl es ein paar Tage lang richtig unangenehm werden kann, führt dieser Zustand nur selten zu einer chronischen Erkrankung. Bei den meisten Menschen kehren das normale Hörvermögen und der Gleichgewichtssinn schnell wieder zurück.

Diese Erkrankung lässt sich in den meisten Fällen auch recht einfach zu Hause behandeln.
Wenn Sie also anfangs ein paar Tage im Bett liegen müssen, haben Sie das Schlimmste bald hinter sich. Und auch der Stress, den eine Innenohrentzündung mit sich bringt, geht damit vorbei.

Dennoch kann es zu Komplikationen und langfristigen Folgen kommen, wenn eine virale Innenohrentzündung nicht behandelt wird. Solche Spätfolgen kommen wie gesagt aber nur selten vor. Hin und wieder kann es zur Schädigung der von einer Innenohrentzündung betroffenen Ohren kommen. Wenn beispielsweise die Hörschnecke Schaden nimmt, benötigen Sie eventuell ein Implantat.

Ein dauerhafter Hörverlust kommt häufiger bei einer ähnlichen Erkrankung vor – der bakteriellen Innenohrentzündung. Diese unterscheidet sich von der viralen Innenohrentzündung und muss mit Antibiotika behandelt werden.

Manche Menschen leiden jahrelang unter Gleichgewichtsstörungen. Ein solcher Verlauf wird chronische Innenohrentzündung genannt. Eine akute Innenohrentzündung ist eine kurzfristige Erkrankung.

Gibt es Möglichkeiten, einer Innenohrentzündung vorzubeugen?

Eine Innenohrentzündung wird durch eine Virusinfektion verursacht, so wie eine Erkältung oder ein grippaler Infekt. Derzeit gibt es keine bekannten Möglichkeiten, der Innenohrentzündung umfassend vorzubeugen. Die Auslöser einer Innenohrentzündung kommen viel zu häufig vor.

Wann sollte ich mich bei einer Innenohrentzündung an einen Arzt oder eine Ärztin wenden?

Gestresster älterer Patient
Wenn Sie bei sich die Symptome einer Innenohrentzündung feststellen, sollten Sie unbedingt einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen, um die Ursache zu klären. Wie bereits erwähnt, gibt es mehrere Formen dieser Erkrankung und viele Beschwerden, die damit einhergehen.  

Die Symptome können ganz plötzlich einsetzen – je früher Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, umso besser.

Auf jeden Fall sollten Sie einen Termin vereinbaren, falls die Symptome nicht innerhalb weniger Tage abklingen, sogar schlimmer werden oder neue Symptome auftreten.
Wenn Sie morgens aufwachen und irgendeine Beeinträchtigung Ihres Hörvermögens feststellen, sollten Sie sofort zur Ärztin oder zum Arzt gehen. Möglicherweise müssen Sie auch zu einem HNO-Arzt oder einer HNO-Ärztin. Schwerere Symptome sollten für Sie ein Signal sein, sich unverzüglich in ärztliche Behandlung zu begeben. Dazu zählen Doppeltsehen, Fieber, Schwäche, Ohnmachtsanfälle und Krämpfe. Wie schon erwähnt, stehen diese Symptome unter Umständen auch mit anderen Erkrankungen in Verbindung.

Wie wird eine Innenohrentzündung behandelt?

Die Behandlung einer Innenohrentzündung umfasst normalerweise eine Kombination aus Medikamenten, Bettruhe und Bewegung. 

Auch die Zeit spielt bei der Heilung einer Innenohrentzündung eine wichtige Rolle. Die Symptome lassen für gewöhnlich nach ein bis sechs Wochen nach. Viele Patientinnen und Patienten erholen sich innerhalb von zwei Monaten vollständig.

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verschreibt Ihnen spezielle Medikamente, ein entzündungshemmendes Mittel und vielleicht auch Cortison. Zusätzlich können Sie zu Hause auch nach eigenem Ermessen weitere Medikamente einnehmen, zum Beispiel Tabletten gegen Reisekrankheit, Beruhigungsmittel oder Antihistaminika (Allergiemittel).

Wichtig ist, dass Sie sich Ruhe gönnen. Eine Bewegungstherapie und spezielle Übungen tragen aber ebenfalls zur Genesung bei. Im Laufe der Behandlung kann Ihnen ein Spezialist oder eine Spezialistin (zum Beispiel ein Physiotherapeut bzw. eine Physiotherapeutin) hilfreich zur Seite stehen. Die damit verbundenen Übungen konzentrieren sich oft auf Augenbewegungen, Koordination, Gleichgewicht und Kraft.

Was hilft bei einer Innenohrentzündung?

Eine Innenohrentzündung lässt normalerweise mit der Zeit von selbst nach. Dennoch gibt es ein paar einfache Hilfsmittel, mit denen Sie die Symptome besser in den Griff bekommen können.
 
  • Vermeiden Sie plötzliche Bewegungen
  • Konzentrieren Sie sich beim Sehen auf Dinge, die sich nicht bewegen.
  • Bewegen Sie sich (und damit Ihren Kopf) möglichst nicht seitlich.
  • Meiden Sie helles Licht und übermäßigen Lärm Durch flackerndes Licht (unter Umständen auch von Fernsehgeräten) können sich die Symptome verschlimmern
  • Meiden Sie Höhen (und Leitern)
  • Wenn Sie sich unwohl fühlen, setzen Sie sich hin, schließen Sie die Augen und bewegen Sie sich möglichst nicht Fahren Sie nicht mit Kraftfahrzeugen, bedienen Sie keine Maschinen
  • Entfernen Sie auf dem Boden liegende Gegenstände, über die Sie stolpern könnten
  • Machen Sie Ihr Badezimmer rutschsicher
  • Wenn Sie sich schwindlig fühlen, legen Sie sich in einem abgedunkelten Raum hin und schließen Sie die Augen
  • Trinken Sie viel, gönnen Sie sich viel Ruhe und Erholung.
  • Erschöpfung verstärkt die Auswirkungen der Erkrankung.
  • Verzichten Sie auf Alkohol – er macht alles nur noch schlimmer Unternehmen Sie keine Flugreisen – die Veränderungen des Kabinendrucks können äußerst unangenehm werden
  • Gehen Sie umher, sobald Sie dazu in der Lage sind: Aktivität ist die beste Medizin 
  • Beginnen Sie mit nur wenigen Schritten und lassen Sie sich am besten von jemandem stützen
  • Meiden Sie aber auf jeden Fall schnelle Bewegungen – Sie können Ihre Balance gehörig durcheinanderbringen Üben Sie, Ihren Blick auf einen Gegenstand zu richten, anstatt sich umzusehen
  • Nehmen Sie immer eine Sonnenbrille mit

Kehrt eine Innenohrentzündung wieder zurück?

Die meisten Menschen erholen sich vollständig von einer Innenohrentzündung, allerdings kann dies durchaus ein paar Wochen, manchmal auch ein paar Monate dauern. 

Gelegentlich kommt es auch zu einem Rückfall – meist allerdings in deutlich abgeschwächter Form. Viele Menschen berichten beispielsweise von einem leichten Schwindelgefühl, wenn sie ihren Kopf schütteln.

In schwierigen Situationen und anspruchsvollen Umgebungen kann auch Drehschwindel auftreten. Eine Physiotherapie ist normalerweise die beste Möglichkeiten, Ihre Erkrankung in den Griff zu bekommen.
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