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Die Audiologie beschäftigt sich mit der Funktion des menschlichen Gehörs, aber auch mit dessen Erkrankungen. In diesem Artikel erfahren Sie, was Audiologie genau bedeutet und was die Audiologie von der Hörakustik unterscheidet.

Was bedeutet Audiologie?

Der Begriff Audiologie lässt sich in zwei Worte zerlegen: „audio“ bedeutet „ich höre“ und „logos“ bedeutet „Lehre“. Im Wesentlichen ist Audiologie also die Lehre vom Hören und das Studium des Gleichgewichtssinnes. Denn sowohl das Gehör als auch der Gleichgewichtssinn sitzen im Innenohr. Die Audiologie befasst sich vorrangig mit der Vorbeugung, Diagnose und Behandlung von Hör- und Gleichgewichtsstörungen.
Welche Untersuchungen führen Audiologinnen/Audiologen durch?
 Das Ohr besteht aus mehreren Bereichen – aus dem Außenohr, dem Mittelohr, dem Innenohr und den zentralen Hörnerven. Deswegen sind verschiedene audiologische Tests erforderlich, um zu analysieren, woher Hör- oder Gleichgewichtsstörungen kommen. Denn nur dann kann ein geeigneter Behandlungs- und Rehabilitationsplan erstellt werden.
 
Vollständige audiologische Untersuchungen sind umfassende Hörtests für alle Altersgruppen. Sie bestimmen den Schweregrad und die Art des Hörverlustes mithilfe von Ton- und Sprachtests. Das ist der erste Schritt, um viele Hör- und Gleichgewichtsstörungen zu behandeln.
Welche Aufgabengebiete haben Hörakustikerinnen/Hörakustiker?
Ganz grundsätzlich könnte man verallgemeinern, dass sich ein Audiologe bzw. eine Audiologin mehr der Diagnostik und ein Hörakustiker bzw. eine Hörakustikerin mehr der Therapie und Hörrehabilitation widmet. Die Aufgaben von Hörakustikerinnen und Hörakustikern umfassen daher die Beratung zum besseren Hören und Verstehen, die Durchführung von Hörtests,

Ohrabformungen und die Anpassung (Einstellung) von Hörgeräten bei Erwachsenen und Kindern. Außerdem können Hörakustikerinnen und Hörakustiker auch selbst Otoplastiken herstellen oder modifizieren und kleine Reparaturen bei Hörgeräten selbst durchführen. Sie arbeiten außerdem eng mit HNO-Ärzten und HNO-Ärztinnen zusammen, die eine Diagnose stellen und als Therapieform eine Hörgeräteversorgung verordnen.
 
Es gibt viele Unterschiede, beide Berufsgruppen haben jedoch ein gemeinsames Ziel: die Lebensqualität von betroffenen Personen zu verbessern.
 
 
Wo arbeiten Audiologinnen/Audiologen und Hörakustikerinnen/Hörakustiker?
Audiologinnen und Audiologen sind meist in medizinischen Zentren, Krankenhäusern oder Hals-Nasen-Ohren-Kliniken beschäftigt. Aber auch Rehabilitationszentren wie Pflegeheime, Heime für Menschen mit Entwicklungsverzögerungen, Bildungseinrichtungen und Hörakustikunternehmen wie Hansaton stellen Audiologinnen und Audiologen an.
 
Hörakustikerinnen und Hörakustiker arbeiten fast ausschließlich in Unternehmen für Hörakustik. Sie können nach der Ausbildung die Meisterprüfung ablegen oder sich im Bereich Pädakustik auf die Versorgung von Kindern spezialisieren. Auch Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens als Trainerin oder Trainer und als Lehrperson an Berufsschulen sind möglich. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Meisterprüfung können sie sogar ein eigenes Fachgeschäft für Hörakustik leiten.
 
Wie wird man Audiologin/Audiologe oder Hörakustikerin/Hörakustiker?
In Österreich werden Hörakustikerinnen und Hörakustiker als Lehrlinge in Betrieben ausgebildet. Diese Ausbildungsform ermöglicht es, praktische Erfahrung direkt im Hörgeräte-Fachgeschäft zu sammeln und sich den theoretischen Teil an einer Berufsschule (Wien oder Innsbruck) anzueignen. Auch bei Hansaton besteht diese Möglichkeit:

Sowohl Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger als auch Berufsumsteigerinnen und Berufsumsteiger können eine Ausbildung zum Hörakustiker bzw. zur Hörakustikerin starten und so auch auf dem zweiten Bildungsweg in ca. 1,5 Jahren zur Lehrabschlussprüfung antreten. Sollten Sie selbst Interesse haben oder jemanden kennen, der oder die gerne mit Menschen arbeitet und eine Beschäftigung mit Sinn sucht, stöbern Sie einfach in unseren Stellenangeboten oder kontaktieren Sie uns direkt.
 
Die Ausbildung zum Audiologen bzw. zur Audiologin ist international völlig unterschiedlich, erfolgt jedoch immer im Rahmen eines Studiums. Auch in Österreich wird mittlerweile ein Bachelor-Studium an der FH Wien angeboten.

Anwendungsbereiche der Audiologie

Audiologinnen und Audiologen können mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen aller Altersgruppen arbeiten. Die Arbeitsplätze von Audiologinnen und Audiologen sind vielfältig:
  1. Medizinische Zentren wie Krankenhäuser und Hals-Nasen-Ohren-Kliniken (HNO-Kliniken)
  2. Rehabilitationszentren wie Pflegeheime und Heime für Menschen mit Entwicklungsverzögerungen
  3. Bildungseinrichtungen wie öffentliche und private Schulen sowie Schulen für Gehörlose
  4. Industrieanlagen wie Baustellen oder Transportanlagen, wo Lärmbelastung ein Risiko darstellt
  5. Unternehmen wie Hersteller von Hörgeräten, Implantaten und Testgeräten
  6. Privatpraxen, die Ohrenerkrankungen behandeln
  7. Bundesbehörden wie das Militär
  8. Hochschulen und Universitäten, die klinische Leiter/Leiterinnen, Supervisoren/Supervisorinnen oder Professoren/Professorinnen benötigen
  9. Audiologische Ferndienste, die Patientinnen und Patienten virtuell bei der Diagnose oder Rehabilitation ihrer Gehörkrankheiten über Telemedizin und am Telefon unterstützen
Bei all diesen Aufgaben gibt es für Audiologinnen und Audiologen ein gemeinsames Ziel: den Patientinnen und Patienten zu helfen und ihre Lebensqualität zu verbessern, indem sie ihre Hör- und Gleichgewichtsgesundheit untersuchen, behandeln und schützen.
Weitere Informationen finden Sie unter https://de.wikipedia.org/wiki/Audiologie und https://www.dga-ev.com/audiologische-zentren/audiologische-zentren-in-deutschland
 
Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich zu Schulungs- und Informationszwecken. Diese Informationen sind kein Ersatz für eine professionelle medizinische Beratung. Wenn Sie Fragen bezüglich Ihrer Gesundheit haben, sollten Sie sich immer an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere medizinische Fachkraft wenden.