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Sind Sie tonsicher, wenn Sie Ihr Lieblingslied singen? Keine Sorge, es ist normal, hin und wieder den falschen Ton zu treffen. Bei Menschen mit Amusie verfehlt aber praktisch jeder Ton sein Ziel. Unabhängig davon, ob Sie nur unter der Dusche singen oder ob Sie eine umfassende musikalische Ausbildung genossen haben, der Begriff „unmusikalisch“ ist Ihnen sicher schon einmal untergekommen. Etwa einer von zwanzig Menschen fällt in diese Kategorie. Eine Zahl, die sicher nicht zu vernachlässigen ist. Für die Betroffenen ist das Musikhören alles andere als angenehm. Einige Menschen, die unter Amusie leiden und wirklich unmusikalisch sind, beschreiben Musik wie das Klappern von Töpfen und Pfannen. Ein schönes Lied ist nur Krach. Wie kann Unmusikalität (Amusie) diagnostiziert werden? Es gibt einige Anzeichen, die wichtige Hinweise liefern können.

Was bedeutet der Begriff "amusisch"?

Im Alltag wird der Begriff unmusikalisch oft für jemanden verwendet, der schlecht singen kann. Dass man die hohen Töne nicht treffen kann, bedeutet jedoch nicht automatisch, dass man amusisch ist. Der Begriff Amusiker bzw. Amusikerin wird in der Regel verwendet, um eine Person zu beschreiben, die Töne nicht unterscheiden kann. Das liegt häufig an einer schlechten Tonhöhenunterscheidung.

Was genau sind Tonhöhen?

Eine Tonhöhe ist, was der Name verspricht. Sie ist entweder die Tiefe oder die Höhe eines bestimmten Tons. Wenn Sie zum Beispiel von links gesehen die erste Taste eines Klaviers anschlagen, hören Sie einen tiefen Ton. Wenn Sie dagegen die letzte Taste anschlagen, hören Sie einen hohen Ton.

Wie Sie vielleicht wissen, ist im Inneren des Klaviers jede Taste mit einer Saite verbunden. Die Saiten sind unterschiedlich lang und erzeugen Töne durch Vibration. Tasten, die tiefe Töne erzeugen, sind an längeren Saiten befestigt, während für hohe Töne kürzere Saiten benötigt werden. Wenn Sie eine Taste anschlagen, vibriert die Saite und überträgt die Schwingungen auf die umgebende Luft. Sobald der Ton Ihre Ohren erreicht, wird er vom Gehirn verarbeitet.
Mann spielt auf Gitarre
Wenn Sie kein Klavierliebhaber oder keine Klavierliebhaberin sind, können Sie sich das Beispiel auch an einer Gitarre vorstellen. Sobald Sie eine Saite zupfen, vibriert sie. Diese Schwingungen werden von Ihren Ohren aufgenommen, von Ihrem Gehirn verarbeitet und in Klang umgesetzt. Die Geschwindigkeit der Schwingung bestimmt, ob der Ton tief oder hoch ist. Die dünnste Saite der Gitarre erzeugt den höchsten Ton, weil sie schneller als dickere Saiten schwingen kann. Wenn Sie den Klang der dünnsten und dicksten Saite vergleichen, sollten Sie einen deutlichen Klangunterschied feststellen können.

Anzeichen für Amusie

Wie können Sie feststellen, ob Sie wirklich amusisch sind? Egal, wie sehr Sie sich anstrengen – fällt es Ihnen schwer, die richtigen von den falschen Noten zu unterscheiden? Das könnte möglicherweise auf eine schlechte Tonhöhenwahrnehmung und eine Amusie hinweisen. Ein weiteres mögliches Anzeichen ist, dass Sie beim Singen oder beim Spielen eines Instruments viele Fehler machen. Obwohl beide Beispiele häufige Anzeichen für Amusie sind, bedeutet das nicht automatisch, dass Sie wirklich amusisch sind.

Bei Studien mit Menschen mit schlechter Singstimme wird häufig festgestellt, dass sie nicht alle Kriterien zur Diagnose einer Amusie erfüllen. Obwohl sich diese Menschen wortwörtlich häufig im Ton vergreifen, können sie Musik trotzdem gut hören. Menschen, die amusisch sind, haben jedoch ein Wahrnehmungsproblem, das sie daran hindert, die verschiedenen musikalischen Tonhöhen zu unterscheiden. Das hat zur Folge, dass sie nicht einmal den einfachsten Melodien folgen können.
Obwohl das Gehirn einer Amusikerin bzw. eines Amusikers keine auffälligen anatomischen Unterschiede aufweist, fanden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einige Abweichungen. Beim Vergleich der Gehirne von Menschen mit und ohne Amusie wurde zum Beispiel festgestellt, dass Amusiker und Amusikerinnen eine dünnere weiße Substanz haben. Warum ist das interessant? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir die Rolle der weißen Substanz verstehen.

Vereinfacht gesagt, verbindet die weiße Substanz den rechten Stirnlappen und den rechten Schläfenlappen. Der rechte Stirnlappen ist für Emotionen und motorische Funktionen zuständig. Der rechte Schläfenlappen hingegen ist der Teil, in dem die grundlegende Klangverarbeitung stattfindet. Da die weiße Substanz bei Menschen mit Amusie dünner ist, vermuten die Forscherinnen und Forscher eine schwächere Verbindung zwischen diesen beiden Teilen des Gehirns.

Wodurch wird Amusie verursacht?

Obwohl die musikalische Früherziehung eine Rolle spielen könnte, ist es unwahrscheinlich, dass Umweltfaktoren für die Entwicklung der Amusie verantwortlich sind. Studien zufolge ist die Krankheit höchstwahrscheinlich genetisch vererbbar. Das liegt daran, dass das Problem nicht am Empfang der Töne liegt, sondern an der Art und Weise, wie das Gehirn sie verarbeitet. Weitere Studien haben gezeigt, dass eineiige Zwillinge mit einer angeborenen Amusie dazu neigen, die gleiche Tonhöhe zu empfinden. Es ist auch wissenschaftlich bestätigt, dass das Problem nicht in den Ohren, sondern im Gehirn liegt.
Wissenschaftlich gesehen ist Amusie eine neuronale Störung, bei der die Nerven im Ohr nicht richtig funktionieren. Dieses Nervenbündel wird Fasciculus arcuatus genannt und sendet Informationen – wie Töne – von einem Teil des Gehirns zu einem anderen. Bei Personen mit Amusie scheint es ein Problem mit den Verbindungsfasern zwischen dem auditorischen Cortex – dem Teil des Gehirns, der für die Verarbeitung von Tönen zuständig ist – und den motorischen Planungsbereichen des Gehirns zu geben. Wenn eine Amusie vorliegt, sind die Nervenfasern in diesem Teil des Gehirns tendenziell kleiner und ein Zweig dieser Nerven fehlt sogar ganz.
Menschen mit Amusie können Töne nicht richtig wiedergeben, weil die nötige Verbindungsbahn im Gehirn nicht voll entwickelt ist. Einfach ausgedrückt: Menschen mit Amusie können buchstäblich nicht hören, dass sie nicht die richtige Tonhöhe treffen. Was wir hören und was wir von uns geben ist nämlich so eng miteinander verknüpft, dass wir ohne diese Verbindung nicht in der richtigen Tonlage singen können.

Ein interessantes Symptom der Amusie ist, dass die Betroffenen kein Verständnis dafür haben, wie ein Musikstück fließt. Normalerweise können wir ein Muster von auf- und absteigenden Noten erkennen und bereits erahnen, wie der nächste Takt klingen wird. Mit Amusie lässt sich dieses Muster nicht erkennen und Musik klingt nach einem höchst unbefriedigenden Durcheinander. Schlichtweg wie Katzenmusik!

Den Rhythmus im Blut haben

Es gibt auch eine gute Nachricht: Studien haben gezeigt, dass die Verarbeitung von Rhythmus und Melodie voneinander unabhängig ist und dass Amusikerinnen und Amusiker Rhythmen genauso gut wiedergeben können wie Nicht-Betroffene. Das ist fantastisch. Denn dass man unter Amusie leidet, bedeutet nicht, dass man sich nicht sinnvoll an Musik beteiligen kann. Ein Schlagzeug kann also eine hervorragende Option für den kleinen Prozentsatz der Bevölkerung sein, der wirklich unmusikalisch ist. Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich zu Schulungs- und Informationszwecken. Diese Informationen sind kein Ersatz für eine professionelle medizinische Beratung. Wenn Sie Fragen bezüglich Ihrer Gesundheit haben, sollten Sie sich immer an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere medizinische Fachkraft wenden.
Mehrere Personen feiern und tanzen im Garten

Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich zu Schulungs- und Informationszwecken. Diese Informationen sind kein Ersatz für eine professionelle medizinische Beratung. Wenn Sie Fragen bezüglich Ihrer Gesundheit haben, sollten Sie sich immer an einen Arzt oder eine andere medizinische Fachkraft wenden.  

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