0800 880 888

Unabhängig von ihrer Ursache sind Ohrenschmerzen äußerst unangenehm. Aber wenn dann auch noch Kieferschmerzen hinzukommen, ist das ganz besonders miserabel. Wenn wir Schmerzen haben, wollen wir natürlich wissen, was sie verursacht. Vor allem möchten wir aber wissen, wie man dem Leid ein Ende setzen kann, und die Schmerzen zum Verschwinden bringt.

Die Ohren und der Kiefer sind zwei Körperteile, die nahe beieinander liegen. Wenn Schmerzen in beiden Bereichen gleichzeitig auftreten, deutet dies auf ein Problem hin, das beide Körperteile betrifft. Oder es handelt sich um Schmerzen, die in den Ohr- und Kieferbereich ausstrahlen, aber ihren Ursprung woanders haben.

Im Folgenden finden Sie einige der häufigsten Ursachen für Ohren- und Kieferschmerzen.

Die 6 häufigsten Ursachen für Ohren- und Kieferschmerzen

1) Kiefergelenkserkrankungen
Ohren- und Kieferschmerzen stehen häufig im Zusammenhang mit Kiefergelenkserkrankungen, die auch Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet werden. Das Kiefergelenk (Articulatio temporomandibularis) verbindet den Kiefer mit dem Schädel. Der Name leitet sich von den beiden Knochen ab, die das Gelenk bilden: das obere Schläfenbein (Os temporale), das Teil des Schädels ist, und der untere Kieferknochen oder Unterkiefer (Mandibula).

Laut der Gesellschaft für Zahngesundheit, Funktion und Ästhetik leiden in Deutschland bis zu 20 % der Bevölkerung unter behandlungsbedürftigen CMD-Symptomen. Das heißt, dass Millionen von Menschen aufgrund von Kiefergelenksbeschwerden unter Symptomen wie Gesichtsschmerzen und Ohrenbeschwerden leiden. Interessanterweise gibt es keine Standarddefinition für diese Störung. Stattdessen wird das Symptom anhand bestimmter Faktoren diagnostiziert. Zum Beispiel wird geprüft, wie lange die Gelenk- und Gesichtsschmerzen anhalten, ob Schwierigkeiten beim Kauen auftreten und ob das Gelenk Geräusche macht.

Wenn die Symptome länger als drei Monate andauern, gilt die Erkrankung als chronisch. Manchmal kommt es jedoch zur falschen Diagnose. Einige Betroffene leiden zum Beispiel in Wirklichkeit an einer anderen Krankheit wie Schlafapnoe oder Fibromyalgie.
2) Schwimmerohr
Oft wird das Schwimmerohr für gleichzeitige Ohr- und Kieferschmerzen verantwortlich gemacht. Das Schwimmerohr – oder Otitis externa – ist eine bakterielle Infektion. In der Regel wird sie durch Wasser verursacht, das über einen längeren Zeitraum im äußeren Gehörgang verbleibt und so den optimalen Nährboden für das Wachstum von Bakterien schafft. Obwohl jede und jeder ein Schwimmerohr bekommen kann, tritt es am häufigsten bei Kindern auf. Sie sollten ein Schwimmerohr unbedingt von einem Arzt oder einer Ärztin untersuchen lassen, um unangenehme Folgen wie Ohren- und Kieferschmerzen zu vermeiden.
3) Zähneknirschen
Zähneknirschen, auch bekannt als Bruxismus, ist eine weitere mögliche Ursache für die Entwicklung von Kiefergelenkschmerzen. Wenn Sie unter Bruxismus leiden, knirschen Sie unbewusst mit den Zähnen, wenn Sie wach sind, oder Sie beißen die Zähne im Schlaf zusammen oder knirschen mit ihnen.

Obwohl Zähneknirschen nicht sehr ernst klingt, kann es zu einer Kiefergelenkstörung führen und Ohrenschmerzen und Beschwerden im Kiefer verursachen. Chronisches Zähneknirschen kann sich auch nachteilig auf die Zähne auswirken und zu Zahnfehlstellungen und Erosionen führen sowie die Kiefermuskulatur beeinträchtigen.
4) Arthritis
Wenn Sie unter Arthritis leiden, sind eines oder mehrere Ihrer Gelenke entzündet oder geschwollen. Der Begriff Arthritis umfasst mehr als hundert verschiedene Erkrankungen, die die Gelenke, das Bindegewebe und andere die Gelenke umgebende Gewebe betreffen. Die Symptome können je nach Art der Arthritis variieren, Gelenkschmerzen und Steifheit sind aber charakteristische Symptome aller Arten.

Osteoarthritis ist eine der häufigsten Ursachen für Kiefergelenksbeschwerden, die durch die Abnutzung des Knorpels, der die Gelenke umgibt, entstehen.

Rheumatoide Arthritis und Psoriasis-Arthritis gelten hingegen als Autoimmunerkrankungen, das heißt, das Immunsystem scheint die Gelenke anzugreifen. Beide dieser Arten von Arthritis verursachen erhebliche Schmerzen im gesamten Körper, die auch die Kiefergelenke betreffen können.
5) Nasennebenhöhlenentzündungen
Auch Nasennebenhöhleninfektionen können die Ursache für Ohren- und Kieferschmerzen sein. Alles, was dazu führt, dass sich die Nasennebenhöhlen mit Schleim füllen, wie beispielsweise eine Erkältung, Allergien oder eine Funktionsstörung der Eustachischen Röhre, kann zu einer Nasennebenhöhlenentzündung und zu entzündeten Nasengängen führen.
6) Zahnprobleme
Eine schlechte Mundhygiene kann verschiedene Zahnprobleme wie Karies, Zahnfleischentzündungen und Parodontose verursachen. Ohne ordnungsgemäße Behandlung führen all diese Erkrankungen zu einer Ansammlung von Bakterien und manchmal auch zu schweren Komplikationen. Ohren- und Kieferschmerzen sind eines der typischen Anzeichen für ernsthafte Zahnprobleme.

Wie Sie sehen, können Ohren- und Kieferschmerzen auf viele verschiedene Gesundheitsprobleme zurückzuführen sein. Obwohl es nicht immer einfach ist, die Ursache zu ermitteln, kann die Suche nach anderen Symptomen Ihnen und Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin helfen, das Problem zu lokalisieren.

Kiefergelenksbeschwerden haben neben Ohren- und Kieferschmerzen noch viele andere Symptome. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Menschen, die unter Kiefergelenksproblemen oder Kiefergelenksfunktionsstörungen leiden, Ohrgeräusche hören, einen Hörverlust haben sowie Kopfschmerzen, Gesichtsschmerzen oder Kieferblockaden und -knacken verspüren.

Wie werden Ohren- und Kieferschmerzen diagnostiziert

Um den Schmerzen im Ohr und im Kiefer auf den Grund zu gehen, wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Sie wahrscheinlich körperlich untersuchen. Außerdem werden Ihnen einige Fragen gestellt, um Ihre Krankengeschichte besser zu verstehen. Sollte dies nicht ausreichen, kann eine Röntgenuntersuchung oder eine Kernspintomographie empfohlen werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Ohren- und Kieferschmerzen?

Je nach Diagnose kann die Behandlung von Person zu Person variieren. Die überwiegende Mehrheit der Kiefergelenksbeschwerden verschwindet von selbst, ohne dass eine Behandlung erforderlich ist. Wenn die Schmerzen jedoch über einen längeren Zeitraum anhalten oder Sie sich sehr unwohl fühlen, sollten Sie nicht zögern, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. Manche Menschen finden Linderung, indem sie ihren Kiefer ausruhen oder tagsüber eine warme oder kalte Kompresse auf die betroffene Stelle legen. Auch Kieferdehnungsübungen können sehr hilfreich sein. Natürlich ist es sehr wichtig, auf Ihre Mundgesundheit zu achten und eine gute Mundhygiene zu betreiben, um Bakterien im Mund zu reduzieren. Ebenso hilfreich ist es, Stress zu reduzieren und mehr weiche Lebensmittel in die Ernährung aufzunehmen.
Frau mit Hut draußen

Zusammenfassung – Ohren- und Kieferschmerzen

Für die Schmerzen im Ohr- und Kieferbereich können zahlreiche Gründe verantwortlich sein. Manchmal sind die Ohren und der Kiefer direkt betroffen. Es kann aber auch sein, dass die Schmerzquelle woanders liegt und es sich um übertragene Schmerzen handelt. In jedem Fall ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin sprechen und die Ursache Ihres Gesundheitsproblems herausfinden.
Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich zu Schulungs- und Informationszwecken. Diese Informationen sind kein Ersatz für eine professionelle medizinische Beratung. Wenn Sie Fragen bezüglich Ihrer Gesundheit haben, sollten Sie sich immer an einen Arzt, eine Ärztin oder eine andere medizinische Fachkraft wenden.

So einfach geht's:

  1. Formular ausfüllen.
  2. Wir rufen Sie schnellstmöglich zurück.
  3. Terminvereinbarung im Hansaton Hörkompetenz-Zentrum

Vorname *

Nachname *

E-Mail-Adresse *

Telefonnummer *

PLZ *

Fachgeschäft wählen *

Kommentarfeld

Mit dem Klick auf Senden erkläre ich mich einverstanden von Hansaton telefonisch und/oder per E-Mail für die Vereinbarung eines Termins kontaktiert zu werden. Die Informationen zum Datenschutz habe ich zur Kenntnis genommen.*


Ich bin damit einverstanden, weitere Informationen und Angebote von Sonova Audiological Care Austria GmbH per Post, E-Mail oder Telefon zu erhalten.

*Pflichtfeld

Weitere Themen

Mastoiditis
Ohrinfektionen bei Kindern
Grade des Hörverlusts