Anzeichen für eine Hörbeeinträchtigung bei Kindern
Kleinkinder und Babys können noch nicht sprachlich ausdrücken, dass sie schlecht hören und verstehen. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind aufmerksam bei unterschiedlichen Geräuschkulissen beobachten und dessen Reaktion abwarten.
Erste Anzeichen für eine Hörbeeinträchtigung könnten z. B. sein:
- Ihr Kind dreht den Kopf nicht in die Richtung, aus der Ihre Stimme kommt
- Ihr Kind reagiert nicht auf plötzliche laute Geräusche
- Ihr Kind versucht nicht von sich aus Töne zu imitieren
- Ihr Kind wacht von lauten Geräuschen nicht auf
- Ihr Kind leidet öfter unter Entzündungen im Ohr
Ablauf der Kinder Versorgung
Eine frühzeitige und individuell abgestimmte Hörversorgung für Kinder ist besonders wichtig, damit Kinder ihre Umwelt, Sprache und Kommunikation bestmöglich wahrnehmen können. Wird bei einem Kind eine Hörminderung festgestellt, beginnt die Versorgung in der Regel mit einer Untersuchung bei einer HNO-Fachärztin oder einem HNO-Facharzt. Auf Grundlage des Hörbefundes wird entschieden, ob eine Versorgung mit Kinder Hörgeräten notwendig ist und eine entsprechende Verordnung ausgestellt. Mit der ärztlichen Verordnung können sich Eltern an einen spezialisierten Hörakustikbetrieb wenden. In der Pädakustik steht die Versorgung von Babys, Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt. Die Auswahl der Hörgeräte erfolgt dabei nicht nur anhand des Hörverlustes, sondern auch unter Berücksichtigung des Alters, der Entwicklung und der individuellen Bedürfnisse des Kindes. Nach der Auswahl werden die Kinder Hörgeräte individuell angepasst. Dabei wird darauf geachtet, dass die Hörgeräte angenehm sitzen und die vorhandene Hörfähigkeit bestmöglich unterstützen. Bei kleinen Kindern können auch spezielle Ohrpassstücke notwendig sein, die im Laufe des Wachstums regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls erneuert werden müssen.Die Hörversorgung von Kindern endet nicht mit der ersten Anpassung. Regelmäßige Nachkontrollen sind ein wichtiger Bestandteil der Pädakustik. Das Hörvermögen, die Passform der Ohrpassstücke und die Einstellungen der Hörgeräte werden überprüft und bei Bedarf angepasst. Besonders bei Kindern können sich die Anforderungen an die Hörversorgung durch Wachstum und Entwicklung verändern.
Eine enge Zusammenarbeit zwischen HNO-Facharzt, Pädakustiker, Eltern und gegebenenfalls weiteren Fachpersonen trägt dazu bei, dass das Kind langfristig optimal versorgt ist. ²
Die Kosten für Kinder Hörgeräte können in Österreich unter bestimmten Voraussetzungen von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden. Die genauen Bestimmungen hängen dabei vom jeweiligen Krankenversicherungsträger ab. Für ÖGK-Versicherte gelten die Regelungen der Österreichischen Gesundheitskasse. Grundsätzlich ist für die Versorgung eine ärztliche Verordnung beziehungsweise ein entsprechender Facharztbefund erforderlich. Die Versorgung kann bei einem entsprechenden Vertragspartner der Krankenkasse erfolgen. Die ÖGK übernimmt die Kosten im Rahmen der geltenden Bestimmungen für medizinisch notwendige Hörgeräte. Für Kinder gibt es bei der ÖGK eine wichtige Besonderheit: Kinder unter 15 Jahren sind von der Kostenbeteiligung für Heilbehelfe und Hilfsmittel befreit. Das gilt auch für Personen, für die Anspruch auf erhöhte Familienbeihilfe besteht.³ Nicht jede technische Zusatzfunktion eines Hörgerätes muss automatisch von der Krankenkasse übernommen werden. Je nach Ausstattung können Kosten entstehen, wenn Funktionen über die medizinisch notwendige Versorgung hinausgehen. Deshalb empfiehlt es sich, vor der Entscheidung für ein bestimmtes Hörgerät die Kostenübernahme mit dem Pädakustiker und der zuständigen Krankenkasse abzuklären. Für ÖGK-Versicherte gilt seit 1. Mai 2026 grundsätzlich eine Mindestgebrauchsdauer von sechs Jahren für Hörgeräte.⁴ Eine frühere Neuversorgung kann unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein, beispielsweise wenn sich das Hörvermögen wesentlich verändert hat und eine ausreichende Versorgung mit dem vorhandenen Hörgerät nicht mehr möglich ist.⁵
Eltern-Tipps: Umgang mit Hörgeräten im Kindesalter
Hörgeräte täglich tragen: Kinder sollten ihre Hörgeräte möglichst regelmäßig und entsprechend der Empfehlung des Pädakustikers tragen. So können sie sich an das Hören mit den Geräten gewöhnen.
Hörgeräte gemeinsam einsetzen: Gerade bei kleineren Kindern hilft es, das Einsetzen zu einem festen Bestandteil der täglichen Routine zu machen – zum Beispiel morgens nach dem Anziehen.
Passform regelmäßig kontrollieren: Bei Kindern verändern sich die Ohren durch das Wachstum. Eltern sollten darauf achten, dass Hörgeräte und Ohrpassstücke weiterhin gut sitzen und nicht drücken oder verrutschen.
Hörgeräte sauber halten: Ohrpassstücke und Hörgeräte sollten regelmäßig gereinigt werden. Dabei sollten die Reinigungshinweise des Herstellers und des Pädakustikers beachtet werden.
Auf Feuchtigkeit achten: Hörgeräte sollten vor Wasser und übermäßiger Feuchtigkeit geschützt werden. Beim Baden, Duschen oder Schwimmen sollten sie entsprechend den Herstellerangaben abgenommen oder geschützt werden.
Batterien oder Akku überprüfen: Vor dem Kindergarten, der Schule oder einem Ausflug sollte kontrolliert werden, ob die Hörgeräte ausreichend geladen sind beziehungsweise genügend Batterieleistung haben.
Hörgerät spielerisch erklären: Kinder akzeptieren ihre Hörgeräte oft leichter, wenn Eltern offen und positiv damit umgehen. Ein spielerischer Umgang kann dabei helfen, Berührungsängste abzubauen.
Hörgeräte nicht selbst verstellen: Wenn das Kind plötzlich schlechter hört oder sich der Klang verändert, sollten Eltern die Einstellungen nicht eigenständig verändern. Besser ist eine Kontrolle beim Pädakustiker.
Regelmäßige Kontrolltermine wahrnehmen: Regelmäßige Termine beim Pädakustiker sind wichtig, um die Funktion, Einstellung und Passform der Hörgeräte zu überprüfen und an die Entwicklung des Kindes anzupassen.
Immer Ersatz dabeihaben: Für Kindergarten, Schule und unterwegs kann ein kleines Ersatz-Set sinnvoll sein – beispielsweise Ersatzbatterien, ein Ladegerät oder wichtige Zubehörteile. So lässt sich bei einem Problem schnell reagieren.