Überblick

Wie messen wir Lautstärke?

Das Maß für die Lautstärke ist der Schalldruckpegel. Die Maßeinheit ist Dezibel. Alle Geräusche, die wir wahrnehmen, sind eigentlich nur Luftdruckschwingungen, die auf unser Trommelfell treffen. Erst wenn sie an unser Gehirn weitergeleitet wurden, werden sie dort in Informationen umgewandelt. Je nachdem, mit welcher Energie die Schwingungen, also der Schall, auf das Trommelfell treffen, hören wir entweder leise oder laut. Je mehr Energie ein Ton hat, desto lauter erscheint er uns. Damit die Lautstärke auch gemessen werden kann, bedienen wir uns dem Maß Dezibel – kurz dB.
 
Die geringste wahrnehmbare Lautstärke, also der leiseste Ton, den ein Mensch hören kann, liegt bei 0 Dezibel. Lautstärken um die 50 dB sind für uns angenehm, wohingegen bei etwa 100 dB die Unbehaglichkeitsschwelle und bei rund 120 dB die Schmerzgrenze erreicht ist. Wichtig zu wissen ist, dass 100 dB nicht doppelt so laut sind wie 50 dB. Die Wahrnehmung der Lautstärke ist zwar immer subjektiv und hängt auch vom eigenen Hörvermögen ab, doch grundsätzlich sagt man, dass eine Zunahme von 10 dB etwa einer gefühlten Verdopplung der empfundenen Lautstärke entspricht. Dementsprechend wären 60 dB gefühlt doppelt so laut wie 50 dB.
 
In geräuschvollen Umgebungen ist es also wichtig, das Gehör zu schützen, um so den Faktor Lärm als Ursache einer Hörminderung zu minimieren. Durch verschiedene » Gehörschutz Produkte, wie z.B. Ohrstöpsel für Musikliebhaber und Musikliebhaberinnen, werden nur die störenden, schädlichen Frequenzen herausgefiltert.

Was ist die Dezibel-Skala?

Die Messung von Schallpegeln ist komplex und bedarf komplizierter Rechnungen. Um die Messungen für uns etwas greifbarer zu machen, wurde daher die Dezibel-Skala eingeführt. Sie betrachtet die Eigenheit des menschlichen Gehörs, niedrige Schallpegel stark voneinander zu unterscheiden, wohingegen im hohen Dezibel-Bereich auch große Schalldruck-Unterschiede nicht so genau wahrgenommen werden. Mithilfe verschiedener Filter werden daher besonders tiefe oder hohe Frequenzen entsprechend unserem Empfinden abgeschwächt oder reguliert. Der angegebene Wert in der Skala entspricht daher eher unseren Empfindungen und wird messbar gemacht. Die Angabe des dB-Werts erfolgt dann meistens in dB(A) – wobei das A für die Nutzung des A-Filters, der sogenannten Bewertungskurve A des Schallpegels steht.

Die Werte in Dezibel sind also nur auf den ersten Blick linear, das heißt, 120 dB scheinen doppelt so laut wie 60 dB zu sein. Dem ist, wie schon oben beschrieben, jedoch nicht so, denn die Dezibel-Skala ist logarithmisch aufgebaut. Für die Messwerte heißt das, dass eine Kreissäge nicht nur doppelt so laut wie ein normales Gespräch ist, sondern dass der relative Schalldruck sogar rund 1.000-mal höher ist.

Neben dieser sogenannten dB(A)-Skala zur Lärmmessung gibt es außerdem die dB(HL)-Skala, die HNO-Ärzte, HNO-Ärztinnen, Hörakustikerinnen und Hörakustiker verwenden, um einen Hörverlust festzustellen.

Raschelnde Blätter im Wind, eine Mücke oder moderne Computer bringen es gerade einmal auf 10 dB. Flüstern hat etwa 30 dB, eine normale Unterhaltung bereits um die 60 dB. Ein laut schreiendes Baby schafft es, wie etwa ein Motorrad, auf rund 80 dB. Wer gern in Diskotheken oder Clubs geht, setzt sich dem gleichen Lärmpegel aus, den auch ein Presslufthammer oder eine Kreissäge verursacht (bis 110 dB). Bei rund 130 dB – also über der Schmerzschwelle des Gehörs – liegt der Lärm eines Düsenflugzeugs. Extrem laut und schädlich sind Ohrfeigen oder Silvesterböller in unmittelbarer Nähe des Ohres: Sie erreichen dB-Werte von bis zu 180. Die Entfernung zwischen Schallquelle und Gehör beeinflusst natürlich auch, wie stark wir den Schall spüren, also als wie störend wir den Lärm empfinden.

Wie hoch ist die Lärmbelastung für das Ohr?

Jeder hat sich schon einmal reflexartig die Ohren zugehalten – sei es wegen einer Sirene oder bei einem Feuerwerk. Dieser Schutzmechanismus ist äußerst sinnvoll, denn schon kleinere Lärmbelastungen können dem Gehör langfristig schaden und darüber hinaus den ganzen Körper in Mitleidenschaft ziehen:
  • Ab 40 dB: Lern- und Konzentrationsstörungen möglich
  • Ab 60 dB: Hörschäden nach längerer Einwirkung möglich
  • Ab 65 dB: 20 % erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei längerer Einwirkung
  • Ab 85 dB: Beschädigungsbereich, vor allem an lauten Arbeitsplätzen
  • Ab 120 dB: Hörschädigungen schon nach kurzer Einwirkung möglich

Wer ist gefährdet?

Vor allem Menschen, die aufgrund ihres Berufes täglich bestimmten Lärmpegeln ausgesetzt sind, laufen Gefahr, früher oder später an einer Höreinschränkung zu leiden. Dauerlärm von Bohrmaschinen, Motorsägen, Flugzeugen oder auch Musik gibt es in vielen Berufszweigen. So sind Personen, die in den Bereichen Forstarbeit und Straßenbau sowie am Bau und in Fabriken arbeiten genauso gefährdet wie Berufsmusiker und Berufsmusikerinnen im Orchestergraben oder DJs, die regelmäßig in Diskotheken oder Clubs auflegen.

Tipps zum Gehörschutz:

Schützen Sie Ihr Gehör vor zu viel und zu lautem Lärm:
  • Regulieren Sie die Lautstärke auf ein Minimum, wenn Sie Musik über Ihre Kopfhörer hören
  • Halten Sie so viel Abstand wie möglich zur Geräuschquelle
  • Halten Sie sich die Ohren zu, wenn Sie ein Geräusch als störend empfinden
  • Nutzen Sie einen individuellen Gehörschutz oder zumindest Ohrstöpsel, wenn Sie lange Zeit einem hohen Schalldruck ausgesetzt sind – zum Beispiel bei Konzerten oder Diskobesuchen
  • Machen Sie regelmäßig einen Hörtest, um einen möglichen Hörverlust frühzeitig entdecken und behandeln zu können