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Wenn Sie ein Hörsystem tragen, sollten Sie vor der Abreise in den Urlaub an ein paar Dinge denken. Auch am Urlaubsort gilt es einiges zu beachten, damit Ihre Hörhilfe nicht zu Schaden kommt und Ihr Hörgenuss vollumfänglich erhalten bleibt.

Endlich ist er da, der wohlverdiente Sommerurlaub! Vor der Abreise muss alles vorbereitet und gepackt werden. Als Träger eines Hörsystems müssen Sie an ein paar Dinge mehr denken. Die wichtigste Frage lautet: Habe ich das nötige Hörgeräte-Zubehör dabei?

Die nächste Herausforderung ist das Reisen selbst. Das beginnt schon bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen. Darf ich beim Passieren des Körperscanners meine Hörgeräte drin behalten? Auch der Aufenthalt im Flugzeug bietet einige Tücken: In der Kabine herrscht während des Flugs ein Lärmpegel von ca. 85 dB. Das ist so laut wie ein Rasenmäher oder eine viel befahrene Straße. Zudem sind die Lautsprecherdurchsagen häufig so undeutlich, dass sie auch für Normalhörende schwer zu verstehen sind. Das kann leicht zu Stress führen.

Die allergrößten Feinde jedes Hörgeräts in den Ferien sind jedoch Staub und Nässe. Und beides kommt ausgerechnet dort reichlich vor, wo wir uns mitunter am liebsten tummeln: am Sandstrand. Doch mit der richtigen Vorbereitung und ein paar Kniffen lassen sich Schäden an Ihren kostbaren Hightech-Geräten vermeiden.

Kontrollgriff vor dem Baden

Am Strand sind Hörgeräte am meisten gefährdet – besonders bei Wind: Sand und Staub können sie verstopfen und beschädigen. Noch schlimmer ist Nässe. Darum vor dem Schwimmen oder Baden: Hörgeräte immer herausnehmen! Damit Sie es nie vergessen, gibt es einen kleinen Trick: Gewöhnen Sie sich einen Kontrollgriff am Ohr an, sobald Sie mit den Füßen im Wasser stehen. Wichtig: Hörgeräte gehören immer in die Aufbewahrungsbox. Nur dort sind sie wirklich sicher.
Eine Frau am Strand

Checkliste für den Urlaub mit Hörgeräten




Hörgerät Reise Set
  • Ausreichend Ersatzbatterien bzw. Akku-Ladegerät mit Adapter
  • Ersatzfilter
  • Etui
  • Trockenbox und Trockenkapseln
  • Reinigungs-Set (Spray, Tücher, Tabletten, Blasebalg)
  • evtl. Gehörschutz-Pfropfen (z.B. zum Schlafen, Baden, Fliegen)
  • Fernbedienung (mit Ersatzbatterien)
  • Mobiltelefon, das mit dem Hörgerät kompatibel ist inkl. Ladekabel
  • Licht- und Vibrationswecker (z.B. um Abreisezeit nicht zu verpassen)
  • Vor längeren Reisen empfohlen: Hörgeräte-Check in Ihrem Hansaton Hörkompetenz-Zentrum

Was tun, wenn das Hörgerät – trotz aller Vorsicht – nass geworden ist?

Wie fast alle High-Tech-Geräte muss ein Hörsystem vor Feuchtigkeit geschützt werden. Das ist leicht gesagt – doch wer ein aktives Leben führt, läuft immer wieder Gefahr, dass das Gerät feucht oder sogar nass wird. Das gilt besonders in den Ferien. Schuld kann ein Regenschauer beim Fahrradausflug sein, ein allzu spontanes Bad im Meer oder ganz banal: wenn man mal vergisst, die Hörgeräte vor dem Duschen herauszunehmen.

Notmaßnahmen, wenn das Hörgerät trotz aller Vorsicht mal nass werden sollte:

  1. Sofort ausschalten
  2. Batterien bzw. Akku herausnehmen und gründlich mit einem Tuch abtrocknen
  3. Falls das Hörgerät mit Salz- oder Schmutzwasser in Berührung kam: zuerst kurz mit klarem Wasser reinigen
  4. Sämtliches Wasser aus dem Hörgerät herausschütteln. Wichtig: Das Batteriefach muss dabei offen sein
  5. Das Hörgerät ein paar Stunden auf einem Stück Papier (z.B. Zeitung) trocknen – idealerweise an einer warmen, trockenen Stelle. Wichtig: Batteriefach offenlassen. Achtung: Nicht in die Sonne legen! –> Noch besser ist natürlich die Verwendung eines speziellen Hörgeräte-Entfeuchters, falls vorhanden.

Danach stehen die Chancen gut, dass das Hörgerät nach dem Einsetzen der Batterien wieder funktioniert. Falls nein, dann bleibt Ihnen nichts anderes als den Hörgeräteakustiker aufzusuchen. In vielen Fällen wird er in der Lage sein, den Wasserschaden mit einer Reparatur zu beheben.

Typische Urlaubs-gefahren für die Ohren

Feuchtigkeit
Ohren mögen‘s trocken. Mehrfaches Baden oder Schwimmen im Laufe des Tages kann jedoch dazu führen, dass sie permanent feucht bleiben. Dies kann – besonders in Verbindung mit Wind und Staub – zu Entzündungen führen. Darum: Ohren stets gut Trocknen, z.B. mit Finger durchs Handtuch (von Ohrenstäbchen wird abgeraten). Bleibt trotz allem Wasser im Ohr (dumpfer Klang), dieses mit schräggestelltem Kopf und leichtem Klopfen auf die Schläfe oder Hüpfen herausschütteln. Gelingt dies nicht, kann das Ohr zumindest von außen mithilfe eines Föns getrocknet werden.
Ein Surfer, ein Schwimmmer und ein Taucher im Meer
Tauchgänge
Tauchen ist Stress pur und ein erhebliches Risiko fürs Gehör. Hier gilt es, sich exakt an die spezifischen Regeln zu halten, ansonsten drohen nicht nur Ohrenschmerzen, sondern ernsthafte Verletzungen. Insbesondere gilt: Nie mit einer Erkältung tauchen. Keine Ohrenstäbchen zum Reinigen der Ohren verwenden (sie entfernen das schützende Ohrenschmalz). Beim Abtauchen Konzentration auf den Druckausgleich. Kein Nasenspray vor dem Tauchgang! Ohren nach dem Tauchen mit lauwarmem Frischwasser spülen.

Flugreisen mit Hörgeräten



Ein Flugzeug auf der Landebahn
Die gute Nachricht voraus: Beim Sicherheitscheck am Flughafen stellen Hörgeräte kein Problem dar. Sie können sie auch beim Passieren der Sicherheitsschranke (Körperscanner) drin behalten. Es wird jedoch empfohlen, sicherheitshalber die Lautstärke etwas herunterzudrehen und das Personal auf die Hörhilfe hinzuweisen. Eine Ausnahme bilden Cochlea-Implantate, deren Träger auf keinen Fall durch die Schleuse gehen sollten. Während des Fluges können Hörgeräte normal getragen werden.

Wichtig für alle Flugreisenden: Druckausgleich bei Start und Landung. Denn klappt es damit nicht, drohen Ohrenschmerzen und im Extremfall sogar ein sogenanntes Barotrauma* mit Ohrgeräuschen und Schwindel. Was hilft: Gähnen, Schlucken, Kaugummi kauen oder das sogenannte Valsalva-Manöver. Und das geht so: Mit den Fingern die Nase zuhalten und dann kräftig Luft in die verschlossene Nase pressen – die Auswirkung auf den Druck in den Ohren wird sofort spürbar.

*Barotrauma: Verletzung (z.B. des Trommelfells) durch Änderungen des Umgebungsdrucks

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