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Schwerhörigkeit im Job: Auswirkungen & Schutz

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Schwerhörigkeit im Job: Auswirkungen & Schutz

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10 min.

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Erscheinungsdatum: 8. Mai 2020

Datum der letzten Überarbeitung: 15. Juni 2026

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Ein leichter bis mittlerer Hörverlust zeigt sich im Arbeitsalltag oft früher als gedacht. Gespräche werden anstrengender, Nachfragen häufiger und am Ende des Tages ist - Erschöpfung deutlich zu spüren.Viele bringen das zunächst nicht mit ihrem Gehör in Verbindung. Dabei kann eingeschränktes Hören die Zusammenarbeit und das Wohlbefinden im Job beeinflussen.Woran das liegt und wie Sie Ihr Hören gezielt entlasten können, erfahren Sie hier.

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Das Wichtigste auf einen Blick:

•  Ein unbehandelter Hörverlust kann den Arbeitsalltag deutlich belasten und ist keine Seltenheit. Besonders in Besprechungen oder in lauter Umgebung fällt es vielen schwer, Gesprächen sicher zu folgen.

Hörprobleme bleiben oft lange unbemerkt oder werden unterschätzt. Viele spüren zwar erste Einschränkungen, nutzen aber selten schon ein Hörgerät.

 Moderne Hörsysteme können im Berufsalltag spürbar entlasten. Sie erleichtern Gespräche, reduzieren die Höranstrengung und verbessern das Verstehen, etwa in Meetings.

Unerkannte Hörprobleme können auch für Unternehmen Folgen haben. Missverständnisse, zusätzlicher Abstimmungsaufwand und vermeidbare Fehler belasten die Zusammenarbeit im Team.

• Gutes Hören trägt auch zur Sicherheit bei. Wer Warnsignale, Durchsagen oder Hilferufe nicht klar wahrnimmt, setzt sich und andere im Alltag unnötigen Risiken aus.

 

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Überblick

Schwerhörigkeit im Beruf – keine Seltenheit

Wenn das Hören im Job zur Herausforderung wird: Viele Tätigkeiten lassen sich auch mit eingeschränktem Hörvermögen gut ausüben. Im Arbeitsalltag gibt es jedoch immer wieder Situationen, in denen das Hören zur echten Herausforderung wird.

  • Gespräche im Arbeitsalltag, die durch Hintergrundgeräusche oder mehrere Gesprächspartner anstrengend werden
  • Telefonate und Online-Meetings über gängige Videokonferenz-Tools (z. B. Teams oder Zoom), bei wechselnden Sprechern oder schwankender Tonqualität
  • Gespräche in Pausen, etwa in Kantinen oder Aufenthaltsräumen, wenn es lebhaft und laut ist
  • Missverständnisse im Austausch mit Kolleginnen, Kollegen oder Vorgesetzten im Arbeitsalltag
  • Gespräche im Außendienst, etwa bei Kundenterminen oder im Straßenverkehr mit vielen Umgebungsgeräuschen
  • Kommunikation in Werkstätten oder Produktionsbereichen, wenn Maschinenlärm das Verstehen erschwert
  • Lehr- und Vortragssituationen, etwa in Schulen oder Universitäten, wenn Fragen aus dem Raum akustisch schwer verständlich sind
  • Abstimmungen auf Baustellen oder im Freien, bei wechselnden Geräuschen und größerer Distanz zwischen den Gesprächspartnern
  • Gespräche im Verkauf oder in der Beratung, oft begleitet von Hintergrundgeräuschen
  • Tätigkeiten im Gesundheitsbereich, bei denen akustische Signale von Geräten oder Monitoren wahrgenommen werden müssen
  • Wichtige Warnsignale oder akustische Hinweise im Arbeitsalltag, etwa von Maschinen, Fahrzeugen oder Sicherheitssystemen

Insbesondere Menschen mit einer unversorgten Hörbehinderung stoßen immer wieder auf Schwierigkeiten im Beruf. Etwa jede und jeder Dritte aller Berufstätigen vermutet, ein Hörproblem zu haben. Der Großteil von ihnen glaubt zudem, dass sie diese Hörschädigung in ihrer Arbeit beeinträchtigt. Und dennoch tragen nur 6 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein Hörgerät.

Wie Hörgeräte helfen können

Hörgeräte sind auch im Job mehr als nur technische Hilfsmittel – sie sind die Lösung vieler Probleme. Dank modernster Technik können Hörgeräte das Berufsleben deutlich erleichtern und auch den Stress der Betroffenen deutlich reduzieren. Denn nicht gut hören zu können, ist anstrengend – für die hörgeschädigte Person, aber auch für die Kolleginnen und Kollegen, die Gesagtes womöglich oftmals wiederholen müssen. Ein Hörgerät kann hier Abhilfe schaffen. In der EuroTrak-Studie 2018 bestätigten 94 Prozent aller Hörgeräteträgerinnen und Hörgeräteträger, dass ihre Hörgeräte im Berufsleben hilfreich sind. Etwa vier von fünf hörgeschädigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sagen zudem, dass sie dank der Hörgeräte problemlos an Meetings teilnehmen können. Und 77 Prozent können dank ihrer Hörhilfen wieder ganz normal arbeiten.

Ein Kreisdiagramm über "Wie hilfreich sind ihre Hörgergäte im Job?"

Wenn auch Sie das Gefühl haben, schlecht zu hören, und im Büro öfter nachfragen müssen oder in Besprechungen nicht alles verstehen, sollten auch Sie über ein Hörsystem nachdenken.
Ihr Weg zum besseren Hören:

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  • Endlich wieder gut hören und verstehen

Welche Auswirkungen hat ein Hörverlust auf die Karriere?

Eine Schwerhörigkeit wirkt sich oftmals genau dann negativ auf die Karriere aus, wenn die Hörminderung unentdeckt bzw. unbehandelt bleibt. Denn Hörgeschädigte haben öfter psychische und soziale Probleme als Normalhörende. Angstzustände, Depressionen, Burn-out, das Gefühl der Überforderung und daraus resultierende gesundheitliche Probleme sind nur einige mögliche Folgen eines unversorgten Hörverlustes. Und genau das kann im Arbeitsleben zum Thema werden.

Auch die immer schwierigere Kommunikation mit hörenden Kolleginnen und Kollegen kann Konsequenzen haben. Etwa jeder dritte Arbeitnehmer bzw. jede dritte Arbeitnehmerin findet die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen mit einem schlechten Gehör schwierig. Auch hier kann es helfen, die mögliche Hörschwäche von einem HNO-Arzt bzw. einer HNO-Ärztin oder einer Hörakustikerin oder einem Hörakustiker untersuchen zu lassen und sich gegebenenfalls ein Hörgerät zuzulegen. Geht man dann offen mit der eigenen Hörschädigung um und weist das berufliche Umfeld auf das kleine Handicap hin, lassen sich viele Probleme oftmals entsprechend leicht aus der Welt schaffen.

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Was sind die Folgen für Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen?

Auch für Unternehmen ist eine unversorgte Schwerhörigkeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein großes Problem. Die Kosten für Produktionsausfälle wegen unversorgtem Hörverlust gehen in die Millionen – Tendenz steigend. Arbeitgeber bzw. Arbeitgeberinnen müssen also reagieren und einige tun es auch schon. Viele haben bereits Maßnahmen ergriffen, um das akustische Umfeld am Arbeitsplatz zu optimieren, um der geräuschbedingten Schwerhörigkeit vorzubeugen.

 

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Tipps zum Umgang mit schwerhörigen Kolleginnen und Kollegen

Sie arbeiten mit einem hörgeschädigten Menschen zusammen und wissen nicht recht, wie Sie mit dieser Person umgehen sollen?
Wir haben einige Tipps für Sie:

Tipp 1: Fragen Sie direkt nach, was die Kommunikation erleichtert, zum Beispiel Blickkontakt, deutliches Sprechen oder eine ruhigere Gesprächssituation

Tipp 2: Wenden Sie sich beim Sprechen bewusst Ihrem Gegenüber zu und halten Sie Blickkontakt, so wird das Verstehen deutlich erleichtert

Tipp 3: Seien Sie geduldig und sprechen Sie klar und in normalem Tempo

Tipp 4: Achten Sie darauf, die Geräuschkulisse am Arbeitsplatz möglichst gering zu halten

Tipp 5: Nutzen Sie bei Bedarf E-Mails oder Nachrichten, wenn Telefonate schwierig sind

Tipp 6: Binden Sie Kolleginnen und Kollegen aktiv in Gespräche und Teamabläufe ein

Tipp 7: Vereinbaren Sie einfache Zeichen oder kurze Rückmeldungen, um sicherzugehen, dass alles gut verstanden wurde

Tipps für Betroffene

Diese Tipps helfen Ihnen, den Arbeitsalltag trotz Hörproblemen entspannter und erfolgreicher zu gestalten:

Tipp 1: Sprechen Sie offen mit Ihrem Umfeld über Ihr Hören und erklären Sie, was Ihnen Gespräche erleichtert.

Tipp 2: Geben Sie konkrete Hinweise, zum Beispiel langsamer zu sprechen, Blickkontakt zu halten oder wichtige Punkte kurz zu wiederholen

Tipp 3: Nehmen Sie sich Zeit, Fragen zu beantworten und Ihrem Umfeld ein besseres Verständnis zu ermöglichen

Tipp 4: Gestalten Sie Ihren Arbeitsplatz so, dass Sie Gespräche gut verstehen können, zum Beispiel durch eine ruhigere Umgebung, einen passenden Sitzplatz oder schallschluckende Elemente wie Bilder, Trennwände oder Pflanzen

Tipp 5: Informieren Sie vor Besprechungen, was Ihnen das Verstehen erleichtert, zum Beispiel klares Sprechen oder zugewandtes Sprechen

Tipp 6: Nutzen Sie Unterstützung. Viele Unternehmen bieten geeignete technische Lösungen oder Anpassungen am Arbeitsplatz an

Tipp 7: Am wichtigsten ist jedoch: Sie sind mit diesem Thema nicht allein. Gerade wenn sich das Hören im Laufe des Berufslebens verändert, fällt der erste Schritt oft schwer. Offen damit umzugehen schafft jedoch die beste Grundlage für Verständnis, Unterstützung und einen entspannten Arbeitsalltag.

Besonders für Menschen, die erst im Laufe des Lebens eine Hörbehinderung entwickeln, ist die eigene Hörminderung ein schwieriges Thema – insbesondere beruflich. Oft versuchen Betroffene die Einschränkung zu verheimlichen. Dabei hilft es meistens, offen mit dem Thema Hören umzugehen.

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Alltagshelfer für das Gehör

Wenn Gespräche am Telefon oder über digitale Tools schwer verständlich sind, greifen viele intuitiv zur Lautsprecherfunktion. Im Arbeitsalltag, ob im Büro, im Homeoffice oder unterwegs, ist das jedoch oft keine gute Lösung. Deutlich besser ist es, direkt auf persönliche Audiolösungen zu setzen. Moderne Kopfhörer oder die direkte Verbindung von Hörsystemen mit Smartphone oder Laptop sorgen dafür, dass Sprache klarer ankommt und störende Geräusche reduziert werden. So können Sie Gespräche auch in wechselnden Umgebungen entspannter führen und sicher verstehen.

Wenn Sie bereits Hörgeräte tragen, stehen Ihnen heute viele praktische Ergänzungen zur Verfügung. Moderne Zubehörlösungen ermöglichen es, Gespräche direkt über Smartphone, Laptop oder andere Geräte klarer zu hören und störende Umgebungsgeräusche zu reduzieren.So wird der Alltag spürbar erleichtert, ob am Arbeitsplatz, im Homeoffice oder unterwegs. Eine persönliche Beratung hilft Ihnen dabei, genau die Lösungen zu finden, die zu Ihrem Höralltag passen.

 

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Raumakustik

Auch die Raumakustik hat großen Einfluss darauf, wie gut Sie Sprache verstehen. Stimmen und Hintergrundgeräusche vermischen sich schnell, besonders in offenen Büros oder belebten Arbeitsumgebungen. Das kann selbst für Menschen ohne Hörverlust anstrengend sein.

Je ruhiger und klarer ein Raum gestaltet ist, desto leichter fällt es, Gesprächen zu folgen und entspannt zuzuhören. Lärmschluckende Trennwände können in offenen Arbeitsbereichen für deutlich mehr Ruhe sorgen. Wählen Sie Ihren Arbeitsplatz möglichst dort, wo weniger Hintergrundgeräusche entstehen, etwa abseits stark frequentierter Bereiche wie Teeküchen oder Arbeitsplätzen mit vielen Telefonaten.

Auch äußere Lärmquellen spielen eine Rolle. Räume in unmittelbarer Nähe stark befahrener Straßen sollten möglichst abgeschirmt werden, zum Beispiel durch geschlossene Fenster oder geeignete Schallschutzmaßnahmen.

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Vorsorge: So schützen Sie Ihr Gehör im Beruf

In manchen Berufen ist das Gehör täglich starken Belastungen ausgesetzt. Besonders im Handwerk, auf Baustellen oder in der Industrie gehört eine hohe Geräuschkulisse zum Arbeitsalltag.Ein konsequenter Gehörschutz ist hier nicht nur sinnvoll, sondern oft auch vorgeschrieben. Er hilft, das Gehör langfristig zu schützen und Hörproblemen wirksam vorzubeugen.Besonders betroffen sind neben Beschäftigten auf Baustellen auch Musikerinnen und Musiker, Barkeeper, Mitarbeitende in der Flugzeugabfertigung sowie Lehrkräfte und Personen in der Kinderbetreuung.

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Hinweis zur Hörgesundheit

Die hier bereitgestellten Informationen dienen der Orientierung und allgemeinen Aufklärung rund um das Thema Hörgesundheit. Sie stellen keinen Ersatz für eine professionelle medizinische Beratung oder Behandlung dar. Bei individuellen Beschwerden oder Fragen zu Ihrer Gesundheit empfehlen wir, sich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine entsprechend qualifizierte Fachperson zu wenden.

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Autor
Katja Csukker

Hörakustik-Meisterin, Hansaton


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