Was tun bei Ohrenschmerzen? Hausmittel zur Linderung

Was tun bei Ohrenschmerzen? Hausmittel zur Linderung
11 Min.
Erscheinungsdatum: 3. Februar 2020
Datum der letzten Überarbeitung: 8. September 2025
Ohrenschmerzen können plötzlich auftreten – als Druckgefühl, Stechen oder dumpfer Schmerz. Häufig steckt etwas Harmloses dahinter (z. B. eine verstopfte Ohrtrompete bei Schnupfen), manchmal aber auch eine Entzündung, wie eine Mittelohrentzündung. Hausmittel können bei leichten Beschwerden oft gut unterstützen. Wichtig dabei ist: Geben Sie nichts ins Ohr, wenn das Trommelfell möglicherweise verletzt ist. Dieser Ratgeber zeigt sichere Optionen, typische Ursachen und klare Warnzeichen, ab wann ärztliche Abklärung sinnvoll ist.

Das Wichtigste auf einen Blick:
• Wärme (z. B. warmes Kirschkernkissen) kann Schmerzen lindern – angenehm warm, nicht heiß.
• Bei Ohrenschmerzen durch Schnupfen/Druck helfen oft abschwellende Maßnahmen für die Nase (ärztlich/Apotheke) und Druckausgleich (z. B. Kaugummi).
• Zwiebelsäckchen wird traditionell genutzt; die Kombination aus Wärme und Inhaltsstoffen kann subjektiv wohltuend sein.
• Öl, Knoblauch, Essig, Alkohol oder Wasserstoffperoxid ins Ohr sind nicht für jede Situation sicher (bei möglicher Trommelfellverletzung) – im Zweifel weglassen.
• Sofort abklären: bei starken Schmerzen, Fieber, Schwindel, Hörverlust, Ausfluss, nach Verletzung oder wenn es innerhalb von 48–72 Stunden nicht besser wird.

Überblick:
Häufige Ursachen für Ohrenschmerzen
Ohrenschmerzen sind ein Symptom – und können im Außenohr, Mittelohr, Innenohr und dazu im Kiefer, Hals oder den Nebenhöhlen ihre Ursache haben:
Mittelohrentzündung (Otitis media): oft nach Infekt, mit Druck, Hörminderung, teils Fieber
Außenohrentzündung (Bade-Otitis): eher Schmerz beim Ziehen am Ohr, oft nach Wasser
Ohrenschmalzpfropf:1 Druck, gedämpftes Hören
Kiefergelenk & Zähne: Schmerzen können ins Ohr ausstrahlen (z. B. bei Kieferproblemen).
Wichtig: Bei Erwachsenen 60+ ist es besonders sinnvoll, bei wiederkehrenden Beschwerden oder Hörveränderungen früh in ärztliche Abklärung zu gehen.
Die häufigsten Ursachen für Ohrenschmerzen sind:
- Mittelohrentzündung (Otitis media) – Kinder sind davon häufiger betroffen als Erwachsene. Treten Ohrenentzündungen chronisch auf, kann ein chirurgisch eingesetztes Paukenröhrchen helfen.
- Leimohr oder Paukenerguss – diese Erkrankungen entstehen, wenn sich eine klebrige Substanz im Mittelohr ansammelt. Bei Erwachsenen bildet sich die Flüssigkeit meist von selbst innerhalb von wenigen Tagen zurück.
- Aufgestautes oder angesammeltes Ohrenschmalz
- Rachen- und Nebenhöhlenentzündungen oder Erkältungen
- Fremde Objekte im Ohr, zum Beispiel Wattestäbchen
- Schmerzen im Kiefer, die zum Beispiel durch Zahnwurzelentzündungen oder häufiges Zähneknirschen verursacht werden
- Kalte, feuchte Wetterbedingungen
- Große Höhenunterschiede, zum Beispiel während einer Flugreise, beim Tauchen oder bei Gebirgsfahrten
- Wasser im Ohr, häufig auch Schwimmerohr genannt (Otitis externa)
Natürliche Hausmittel bei Ohrenschmerzen
Hausmittel haben ein Ziel: Linderung. Sie ersetzen keine Diagnose – aber sie können helfen, die Zeit bis zur Besserung oder bis zum Arzttermin angenehmer zu machen.
Glücklicherweise gibt es viele Hausmittel, die helfen, die Beschwerden ein wenig zu lindern. Viele werden seit Generationen erfolgreich angewandt und werden von Ärztinnen und Ärzten sowie Eltern gleichermaßen empfohlen.
Schlafen mit einer Ohrenentzündung: Gerade abends oder nachts werden Ohrenschmerzen oft als besonders belastend empfunden. Wenn das Liegen unangenehm ist oder sich der Druck im Ohr verstärkt, können kleine Anpassungen beim Schlafen zusätzlich entlasten.
Welche Hausmittel eignen sich bei spezifischen Ohrenschmerzen?
Ohrenschmerzen fühlen sich nicht immer gleich an – manchmal drücken sie nur leicht, manchmal stechen sie, manchmal kommt ein Gefühl „wie in Watte“ dazu. Je nachdem, wie sich die Beschwerden äußern und was sie ausgelöst hat, können unterschiedliche Hausmittel sinnvoll sein oder eben nicht. Die folgende Orientierung hilft dabei, typische Situationen besser einzuordnen:
Druckgefühl oder Ziehen im Ohr bei Schnupfen oder Erkältung:4
Wenn Ohrenschmerzen gemeinsam mit einer verstopften Nase auftreten, liegt das oft an einer eingeschränkten Belüftung des Mittelohres. In solchen Fällen können sanfter Druckausgleich (z. B. Schlucken oder Kaugummikauen), Ruhe und Maßnahmen zum Freihalten der Nase entlastend wirken und das Druckgefühl langsam reduzieren.
Dumpfer Ohrenschmerz ohne weitere Warnzeichen:
Fühlt sich das Ohr unangenehm an, ohne dass Fieber, Ausfluss oder starke Schmerzen auftreten, empfinden viele Menschen Wärme als wohltuend. Eine angenehm warme Auflage kann die Durchblutung fördern und dazu beitragen, den Schmerz subjektiv zu lindern.
Verdacht auf eine Mittelohrentzündung:
Gehen die Ohrenschmerzen mit stärkerem Druck, pochendem Schmerz, Fieber oder Hörverlust einher, steht vor allem die Schmerzlinderung im Vordergrund. Hausmittel können hier allenfalls unterstützend wirken – eine ärztliche Abklärung ist in solchen Fällen wichtig, um den weiteren Heilungsverlauf richtig zu begleiten
Hinweis zu Hörakustik & Alltag:
Ohrenschmerzen und ein „dumpfes“ Hören werden im Alltag manchmal auch mit einer Hörminderung verwechselt. Manchmal steckt jedoch lediglich ein Ohrenschmalzpfropf oder ein vorübergehendes Druckproblem dahinter. Bei Unsicherheit – oder wenn Ihnen die Reinigung der Ohren daheim nicht möglich ist –, ist eine professionelle Abklärung sinnvoll. Auf Wattestäbchen zur Reinigung sollte dabei unbedingt verzichtet werden.
Welche bekannten Hausmittel bei Ohrenschmerzen sollte man besser meiden?
Wenn Ohrenschmerzen auftreten, ist der Wunsch groß, schnell selbst etwas zu tun. Im Internet kursieren viele Tipps, die auf den ersten Blick harmlos wirken – besonders rund um Tropfen, Öle oder „bewährte Hausrezepte“. Das Problem: Als Laie lässt sich oft nicht sicher einschätzen, was im Ohr gerade passiert. Manche Hausmittel können die Beschwerden deshalb verschlimmern oder das Ohr zusätzlich reizen, vor allem wenn das Trommelfell empfindlich oder bereits angegriffen ist. Ein genauer Blick lohnt sich also. Folgende Hausmittel sollten Sie besser meiden oder nur nach ärztlicher Empfehlung anwenden:2
Öl ins Ohr (Olivenöl & Co): kann bei unklarem Befund problematisch sein; bei möglicher Trommelfellverletzung gilt: keine Flüssigkeiten ins Ohr.
Knoblauch ins Ohr / Knoblauchöl: reizend, allergen und auch ungeeignet, sollten Sie eine Verletzung am Trommelfell haben.
Alkohol/Essig ins Ohr: kann brennen/reizen und ist bei falscher Ursache riskant. Auch wenn es auf manchen Seiten auftaucht: lieber nicht.
Wasserstoffperoxid: wird eher im Kontext Ohrenschmalz diskutiert, ist aber bei möglicher Trommelfellperforation nicht empfehlenswert ohne medizinische Anleitung
Homöopathie bei Ohrenschmerzen: Die Studienlage ist gemischt2,5 und bezieht sich überwiegend auf Kinder mit Mittelohrentzündung; wenn überhaupt, dann nur ergänzend und ohne Warnzeichen zu ignorieren.
Sobald Ausfluss, starke Schmerzen, Hörverlust oder Schwindel auftreten: nichts ins Ohr tropfen.
Ab wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn
• starke oder zunehmende Schmerzen auftreten
• Fieber, deutliches Krankheitsgefühl oder Schwindel dazukommen
• Hörverlust, Ohrgeräusche, oder ein „taubes“ Ohr neu auftreten
• Flüssigkeit, wie Eiter oder Blut aus dem Ohr kommt
• Die Beschwerden nach 48–72 Stunden nicht klar besser werden.
Gerade bei Verdacht auf Mittelohrentzündung steht laut medizinischen Informationen häufig zunächst die Schmerzlinderung im Vordergrund; je nach Verlauf kann ärztlich entschieden werden, ob eine weitere Behandlung nötig ist.

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