89 %
hatten bereits länger als ein Jahr Hörprobleme, bevor sie aktiv wurden.
Erkenntnisse aus 10 Jahren Forschung, rund 8.000 Teilnehmenden und den Erfahrungen von Menschen mit Hörverlust in Österreich.
Die Hansaton Hörstudie wurde über viele Jahre gemeinsam mit dem Institut für Grundlagenforschung (IGF) durchgeführt. Rund 8.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Österreich schilderten ihre Erfahrungen mit Hörverlust, Sprachverstehen, Hörgeräten und den Herausforderungen des Hörens im Alltag.
Die Ergebnisse zeigen: Viele Menschen bemerken Veränderungen ihres Gehörs deutlich früher, als sie handeln. Angehörige nehmen Probleme oft zuerst wahr und die größten Einschränkungen entstehen nicht beim Fernsehen oder Musikhören, sondern im Gespräch mit anderen Menschen.
Auf dieser Seite stellen wir die wichtigsten Erkenntnisse der Hansaton Hörstudie vor und zeigen, warum viele davon heute aktueller sind denn je.
Überblick
Die Hansaton Hörstudie liefert wertvolle Einblicke, wie Österreich hört:
Jeder vierte Teilnehmer lebte bereits länger als zehn Jahre mit Hörproblemen. Die Ergebnisse der Hansaton Hörstudie zeigen deutlich, dass sich ein Hörverlust meist schleichend entwickelt. Viele Betroffene gewöhnen sich über Jahre an das schlechtere Hören und Verstehen und nehmen die Veränderungen zunächst kaum wahr.
Fast die Hälfte der Teilnehmer gab an, bereits seit mehr als fünf Jahren Probleme beim Verstehen von Gesprächen zu bemerken. Rund ein Viertel lebte sogar länger als zehn Jahre mit den Einschränkungen, bevor eine professionelle Hörmessung durchgeführt wurde.
Gerade deshalb empfehlen Fachleute wie die WHO (Weltgesundheitsorganisation) regelmäßige Hörvorsorge ab etwa 50 Jahren. Je früher Veränderungen erkannt werden, desto besser können geeignete Maßnahmen gesetzt werden.

93 % wünschen sich besseres Verstehen in geselligen Gesprächen. Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Hörstudie betrifft das Sprachverstehen. Viele Menschen mit Hörverlust berichten nicht davon, dass sie nichts mehr hören. Viel häufiger entsteht das Gefühl:
„Ich höre alles, aber ich verstehe nicht mehr alles.“
Besonders in Restaurants, bei Familienfeiern oder Vereinsveranstaltungen fällt es schwer, Gesprächen zu folgen. Stimmen verschwimmen, einzelne Wörter gehen verloren und Hintergrundgeräusche werden zunehmend belastend.
Die Studie zeigt deutlich: Betroffene wünschen sich nicht einfach mehr Lautstärke. Sie möchten Gespräche wieder entspannt verfolgen und aktiv am sozialen Leben teilnehmen.

82 % wurden bereits auf ihr schlechteres Hören oder Verstehen angesprochen. Für viele Menschen beginnt der Weg zur Hörversorgung nicht mit einer Hörmessung, sondern mit einem Hinweis aus dem persönlichen Umfeld.
Partnerinnen und Partner, Kinder oder Freunde bemerken häufig zuerst, dass Gespräche schwieriger werden. Betroffene selbst führen die Veränderungen dagegen oft auf Stress, Müdigkeit oder eine undeutliche Aussprache anderer zurück.
Die Ergebnisse der Hansaton Hörstudie zeigen eindrucksvoll, wie wichtig Angehörige bei der Früherkennung eines Hörverlusts sein können.
Falls Sie selbst jemanden kennen, der oder die von Hörverlust betroffen sein könnte, haben wir einen eigenen Artikel mit Tipps für Angehörige von Menschen mit Hörverlust erstellt – inklusive Gutschein für eine kostenlose Hörmessung im Fachgeschäft.

Die Studie zeigt deutlich, dass soziale Teilhabe für Betroffene wichtiger ist als technische Aspekte oder reine Lautstärke.
Am häufigsten wünschen sich Teilnehmer Verbesserungen bei Gesprächen mit Familie, Freunden oder Kolleginnen und Kollegen. Erst danach folgen Fernsehen, Musikhören oder Einkaufen. Hörverlust betrifft daher weit mehr als das Gehör. Er beeinflusst Kommunikation, Beziehungen und Lebensqualität. Ein Ranking der wichtigsten Situationen

67 % der Teilnehmer waren jünger als 70 Jahre. Noch immer halten viele Menschen Hörverlust für ein Problem sehr alter Menschen. Die Ergebnisse der Hansaton Hörstudie zeichnen jedoch ein anderes Bild.
Ein großer Teil der Teilnehmer befand sich noch mitten im Berufsleben. Bereits ab dem 50. Lebensjahr nehmen Hörprobleme deutlich zu.
Neben natürlichen Alterungsprozessen spielen heute auch Lärm, Freizeitaktivitäten und berufliche Belastungen eine wichtige Rolle.

Zeitraum
2011 bis 2018
Teilnehmer
7.979 Personen
Durchführung
österreichweit in Hansaton Fachgeschäften
Methode
Fragebogen vor und nach der Testphase, Hörmessung durch Hörakustikerinnen und Hörakustiker
Auswertung
Institut für Grundlagenforschung (IGF)