Druck im Ohr: Ursachen, Symptome und was wirklich hilft

Druck im Ohr: Ursachen, Symptome und was wirklich hilft
5 Min.
Erscheinungsdatum: 3. April 2019
Datum der letzten Überarbeitung: 18. Februar 2026
Druck im Ohr fühlt sich oft so an, als wäre das Ohr „verstopft“ oder als würde man durch Watte hören. Häufig steckt eine harmlose Ursache wie eine Erkältung oder ein gestörter Druckausgleich dahinter. Manchmal können jedoch auch Entzündungen, Ohrenschmalz, Flüssigkeit im Mittelohr oder seltener Erkrankungen des Innenohrs die Beschwerden auslösen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wodurch Druck im Ohr entsteht, was kurzfristig helfen kann und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.
Das Wichtigste in Kürze
Druck im Ohr entsteht meist dann, wenn der Druck im Mittelohr nicht mehr richtig ausgeglichen werden kann.
- Häufige Ursachen sind Erkältungen, Allergien, eine verstopfte Eustachische Röhre (Ohrtrompete), Ohrenschmalz oder schnelle Luftdruckänderungen, etwa beim Fliegen oder Tauchen.
- Einseitiger Druck im Ohr ist häufig harmlos, sollte aber ärztlich abgeklärt werden, wenn zusätzlich Hörverlust, Schwindel oder starke Schmerzen auftreten.
- Hausmittel wie Nasenspülungen, ausreichendes Trinken oder sanfte Druckausgleichsmanöver können je nach Ursache kurzfristig Linderung verschaffen.
- Bleiben die Beschwerden länger als ein bis zwei Wochen bestehen oder verschlimmern sie sich, sollte eine Hals-Nasen-Ohren-Ärztin oder ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt die Ursache abklären.
- Auch Hörgeräteträgerinnen und Hörgeräteträger können zeitweise ein Druckgefühl verspüren – beispielsweise während der Eingewöhnung oder bei einer veränderten Passform. Eine Kontrolle beim Hörakustiker schafft oft rasch Klarheit.

Wenn sich Ihr Ohr so anfühlt | Mögliche Ursache | Was Sie tun können |
verstopft nach einer Erkältung | Belüftungsstörung der Ohrtrompete | Erkältung behandeln, Druckausgleich |
Druck nur auf einem Ohr | Ohrenschmalz, Paukenerguss oder Belüftungsstörung | Beobachten, bei anhaltenden Beschwerden ärztlich abklären |
Druck nach dem Fliegen | Luftdruckunterschied | Schlucken, Gähnen, Druckausgleich |
Druck mit Hörminderung | Paukenerguss oder Hörsturz | zeitnah ärztlich untersuchen lassen |
Druck mit Schwindel | Innenohrerkrankung (z. B. Morbus Menière) | ärztliche Abklärung |
Druck beim Tragen eines Hörgeräts | Okklusionseffekt oder Passform | Hörgerät kontrollieren lassen |
Wie kommt es zu Ohrdruck?
Damit wir gut hören können, muss im Mittelohr derselbe Luftdruck herrschen wie außerhalb des Körpers. Für diesen kontinuierlichen Druckausgleich sorgt die Eustachische Röhre, auch Ohrtrompete genannt. Sie verbindet das Mittelohr mit dem Nasen-Rachen-Raum und öffnet sich bei jedem Schlucken, Gähnen oder Kauen für kurze Zeit.
Ist diese Verbindung durch eine Erkältung, Allergie, Schwellung der Schleimhäute oder andere Ursachen eingeschränkt, kann die Luft im Mittelohr nicht mehr ausreichend ausgetauscht werden. Dadurch entsteht ein Unter- oder Überdruck, der sich als unangenehmes Druckgefühl, Völlegefühl oder „verstopftes Ohr" bemerkbar macht. Je nach Ursache können zusätzlich dumpfes Hören, Knacken im Ohr, Ohrgeräusche oder Schmerzen auftreten.
Studien zeigen, dass bereits geringe Veränderungen des Mittelohrdrucks das Druckempfinden deutlich beeinflussen können. Entscheidend ist dabei vor allem die Funktion der Eustachischen Röhre, die den natürlichen Druckausgleich ermöglicht.1,3
Auch das Trommelfell spielt dabei eine wichtige Rolle. Es reagiert sehr empfindlich auf Druckunterschiede zwischen Gehörgang und Mittelohr. Schon kleine Veränderungen können seine Beweglichkeit einschränken und dadurch das Hören vorübergehend verschlechtern. Untersuchungen zeigen, dass sich die Druckverteilung im Ohr unmittelbar auf die Schallübertragung auswirkt.2
Besonders häufig tritt Ohrdruck auf,
- während oder nach einer Erkältung,
- bei einer Nasennebenhöhlenentzündung,
- während der Allergiesaison,
- beim Fliegen, Tauchen oder in großen Höhen,
- oder wenn sich Flüssigkeit hinter dem Trommelfell ansammelt.
Ursachen für Druck im Ohr
Bevor sich das Druckgefühl wirksam behandeln lässt, sollte möglichst die Ursache gefunden werden. Hinter Druck im Ohr können ganz unterschiedliche Auslöser stecken – von einer harmlosen Erkältung bis hin zu einer Erkrankung des Mittel- oder Innenohrs. Die häufigsten Ursachen im Überblick:
Druck im Ohr bei Erkältung und Allergien
Eine Erkältung zählt zu den häufigsten Ursachen für Druck im Ohr. Durch geschwollene Schleimhäute wird die Eustachische Röhre (Ohrtrompete) eingeengt. Dadurch kann die Luft im Mittelohr nicht mehr ausreichend zirkulieren und es entsteht ein Druckgefühl.
Auch Allergien können diesen Mechanismus auslösen. Geschwollene Schleimhäute und vermehrte Schleimbildung erschweren den natürlichen Druckausgleich zwischen Mittelohr und Nasen-Rachen-Raum. Typische Begleitbeschwerden sind:
- verstopfte Nase
- dumpfes Hörgefühl
- Knacken im Ohr
- leichtes Völlegefühl
- gelegentlich Schmerzen
In den meisten Fällen bessert sich der Ohrdruck, sobald die Schleimhäute abschwellen und die Erkältung abklingt.
Einseitiger Druck im Ohr – was steckt dahinter?
Einseitiger Druck im Ohr kommt deutlich häufiger vor als beidseitige Beschwerden. Oft steckt eine harmlose Ursache wie eine Erkältung, ein Ohrenschmalzpfropfen oder eine vorübergehende Belüftungsstörung dahinter. Bestehen zusätzlich
- plötzlicher Hörverlust,
- starker Schwindel,
- heftige Schmerzen
- oder Ohrgeräusche,
sollte das Ohr möglichst rasch ärztlich untersucht werden. In seltenen Fällen können auch Erkrankungen des Innenohrs, etwa ein Hörsturz oder Morbus Menière, dahinterstecken.
Weitere Ursachen für Druck im Ohr
Wie Sie sehen, kann Ohrdruck viele Ursachen haben. Es ist wirklich wichtig, diesen auf den Grund zu gehen und die Ursache Ihres Unbehagens zu finden. Manchmal ist es mit Hausmitteln getan. Wenn Ihre Symptome aber länger andauern und/oder immer schlimmer werden, sollten Sie medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Vereinbaren Sie sofort einen Termin mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn Sie Fieber bekommen, wenn Flüssigkeit aus Ihren Ohren austritt, wenn Sie starke Schmerzen haben oder einen kompletten Hörverlust erleiden.
Druck im Ohr – was tun? Soforthilfe und Druckausgleich
Je nach Ursache lässt sich das Druckgefühl oft bereits mit einfachen Maßnahmen lindern. Ziel ist es, den Druckausgleich im Mittelohr wiederherzustellen und die Eustachische Röhre (Ohrtrompete) zu öffnen. Wichtig ist jedoch: Treten starke Schmerzen, Fieber oder ein plötzlicher Hörverlust auf, sollten Sie das Ohr nicht selbst behandeln, sondern ärztlich untersuchen lassen.
Valsalva-Manöver und Toynbee-Manöver
Beide Techniken helfen dabei, den Druck im Mittelohr auszugleichen.
Valsalva-Manöver
- Mund schließen
- Nase zuhalten
- Vorsichtig gegen die geschlossene Nase ausatmen
Wichtig: Üben Sie dabei keinen starken Druck aus, da dies das Trommelfell belasten kann.
Toynbee-Manöver
- Nase zuhalten.
- Gleichzeitig schlucken.
Viele Menschen empfinden diese Methode als sanfter als das Valsalva-Manöver.
Schlucken, Gähnen und Kaugummikauen
Schon alltägliche Bewegungen können den Druckausgleich unterstützen. Beim Schlucken, Gähnen oder Kauen öffnen sich die Muskeln rund um die Eustachische Röhre für kurze Zeit und ermöglichen den Luftaustausch zwischen Mittelohr und Nasen-Rachen-Raum. Diese Maßnahmen eignen sich besonders bei:
- Druck im Ohr nach dem Fliegen
- Autofahrten über Gebirgspässe
- Fahrten mit Seilbahnen
- leichten Belüftungsstörungen
Druckausgleich bei Kindern und Säuglingen
Kinder leiden besonders häufig unter Ohrdruck, da ihre Eustachische Röhre kürzer und enger ist als bei Erwachsenen. Beim Fliegen können folgende Maßnahmen helfen:
- Trinken während Start und Landung
- Schnuller bei Säuglingen
- Kauen oder Schlucken bei größeren Kindern
Bestehen die Beschwerden länger oder kommen Fieber und Ohrenschmerzen hinzu, sollte eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt das Ohr untersuchen.
Hausmittel gegen Druck im Ohr
Nicht jedes Hausmittel eignet sich für jede Ursache. Während einige Maßnahmen den natürlichen Druckausgleich unterstützen können, ersetzen sie keine ärztliche Behandlung bei einer Entzündung oder einem anhaltenden Druckgefühl.
Druck im Ohr mit Hörgerät – was sollten Hörgeräteträger beachten?
Ein Druckgefühl tritt nicht nur ohne Hörgerät auf. Auch Hörgeräteträgerinnen und Hörgeräteträger berichten gelegentlich über ein Völlegefühl oder Druck im Ohr. Häufig steckt jedoch nicht das Hörgerät selbst dahinter. Mögliche Ursachen sind:
- Eingewöhnung: Besonders in den ersten Tagen kann sich das Tragegefühl zunächst ungewohnt anfühlen.
- Okklusionseffekt: Verschließt das Hörgerät oder die Otoplastik den Gehörgang sehr dicht, klingt die eigene Stimme lauter oder dumpfer. Dieses Phänomen wird als Okklusionseffekt bezeichnet.
- Ohrenschmalz: Ablagerungen können das Hörgerät beeinträchtigen und gleichzeitig ein Druckgefühl verursachen.
- Veränderte Passform: Veränderungen des Gehörgangs oder eine nicht optimal sitzende Otoplastik können Druckstellen verursachen.
- Erkältung oder Paukenerguss: Diese Ursachen können unabhängig vom Hörgerät auftreten und das Tragen vorübergehend unangenehm machen.
Moderne Hörgeräte werden so entwickelt, dass sie den Tragekomfort kontinuierlich verbessern. Neue Forschungsansätze beschäftigen sich sogar mit der Messung von Druckverhältnissen im Gehörgang sowie mit Technologien, die den Okklusionseffekt weiter reduzieren können.4,5

Tritt das Druckgefühl nur beim Tragen des Hörgeräts auf oder entstehen Druckstellen am Ohr, vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Hansaton Hörakustiker. Oft lässt sich die Passform oder Einstellung mit wenigen Anpassungen optimieren.
Druck im Ohr geht nicht weg – wann sollten Sie zum Arzt?
In vielen Fällen verschwindet das Druckgefühl innerhalb weniger Tage wieder – beispielsweise nach einer Erkältung oder einem Flug. Hält der Ohrdruck jedoch länger an oder kommen weitere Beschwerden hinzu, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Vereinbaren Sie möglichst zeitnah einen Termin bei einer Hals-Nasen-Ohren-Ärztin oder einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt, wenn:
- der Druck länger als ein bis zwei Wochen anhält,
- starke Ohrenschmerzen auftreten,
- Sie plötzlich schlechter hören,
- Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen dazukommen,
- Ohrgeräusche (Tinnitus) neu auftreten,
- Flüssigkeit oder Blut aus dem Ohr austritt,
- Fieber oder starke Allgemeinsymptome bestehen.
Besonders bei einem plötzlichen Hörverlust ist rasches Handeln wichtig. Ein Hörsturz sollte möglichst innerhalb kurzer Zeit ärztlich untersucht werden.
Je nach Ursache kommen verschiedene Untersuchungen infrage, beispielsweise eine Ohrmikroskopie, eine Hörmessung oder eine Untersuchung des Trommelfells und der Belüftung des Mittelohres.
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FAQ: Häufige Fragen zu Druck im Ohr
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Hinweis zur Hörgesundheit
Die hier bereitgestellten Informationen dienen der Orientierung und allgemeinen Aufklärung rund um das Thema Hörgesundheit. Sie stellen keinen Ersatz für eine professionelle medizinische Beratung oder Behandlung dar. Bei individuellen Beschwerden oder Fragen zu Ihrer Gesundheit empfehlen wir, sich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine entsprechend qualifizierte Fachperson zu wenden.

Autor
Hansaton
Bewertet von:
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