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Sie haben plötzlich ein Geräusch im Ohr und wissen nicht, ob Sie zum HNO-Arzt, zur HNO-Ärztin oder gleich ins Krankenhaus fahren sollen? Hier erfahren Sie, wie Tinnitus erfolgreich behandelt werden kann und wie Sie sich beim Auftreten von Tinnitus am besten verhalten.

Tinnitus - Behandlung und Vorbeugung

Sollten Sie ein plötzliches Pfeifen, Rauschen oder Brummen im Ohr vernehmen, so gilt zu allererst: Ruhe bewahren. Denn ein Tinnitus ist zwar unangenehm, jedoch kein Symptom einer gefährlichen Krankheit. Die gute Nachricht: Ein plötzlich auftretender Tinnitus verschwindet in vielen Fällen nach kurzer Zeit wieder ganz von selbst. Doch was tun, wenn das Pfeifen oder Rauschen im Ohr einfach nicht weggeht? Am wichtigsten ist eine genaue Abklärung der Ursachen des Ohrgeräuschs. Je nach Sachlage gibt es unterschiedliche Therapie-Möglichkeiten.

Ein Geräusch im Ohr – was jetzt?

Mann sitzt am Flusrand und lauscht
Ab und zu ein ungewöhnliches Geräusch wie zum Beispiel ein Rauschen oder Pfeifen im Ohr zu vernehmen kann vorkommen. Wichtig: Wenn das Ohrgeräusch länger als 24 Stunden anhält, sollten Sie einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) aufsuchen – je früher, desto besser. Denn nur so kann rechtzeitig eine geeignete Behandlungsmethode gefunden und eingeleitet werden. Die Chancen auf Heilung stehen so am besten. Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen zur Behandlung von Ohrgeräuschen zusammengefasst.

Bei Betroffenen mit einem chronischen Tinnitus (Beschwerden bestehen schon länger als zwölf Monate) liegen die Dinge etwas anders. Eine vollständige Heilung ist hier in der Regel nicht möglich. Dennoch gibt es Therapie-Möglichkeiten.

Was hilft bei Tinnitus?

Ohrgeräusche sind ein verbreitetes Leiden. Das scheinbar grundlose Pfeifen, Klingeln oder Brummen im Ohr trifft jeden zweiten Menschen mindestens einmal im Leben. Bei jedem fünften ist der Tinnitus dauerhaft. Doch so real die Geräusche den Betroffenen auch erscheinen: Tinnitus ist ein schwer fassbares Phantom, denn er entsteht meist nicht im Ohr, sondern im Gehirn. Erfahren Sie, welche Auslöser und Ursachen Ohrensausen hat und wie ihm am besten beizukommen ist. 

Was passiert beim Arzt bzw. bei der Ärztin?

Ausschlaggebend für die Diagnose und Therapie von Ohrgeräuschen ist das ausführliche erste Gespräch (das sogenannte Anamnese-Gespräch) mit dem HNO-Arzt oder der Hörakustikerin.
Dabei werden Fragen zu Vorerkrankungen, zu möglichen Auslösern sowie zum störenden Geräusch selbst gestellt. Und der Arzt bzw. die Ärztin versucht abzuschätzen, wie groß der durch den Tinnitus verursachte Leidensdruck ist
Bereiten Sie sich auf folgende Fragen vor:
  • Bestehen Vorerkrankungen? 
  • Nehmen Sie Medikamente ein? 
  • Wann ist das Ohrgeräusch zum ersten Mal aufgetaucht?
  • Lässt es sich auf eine Ursache zurückführen?  
  • Kam der Tinnitus plötzlich oder hat er sich schleichend entwickelt?  
  • Wie hört sich der Tinnitus an? 
Anschließend folgen verschiedene Untersuchungen des Gehörs, unter anderem ein Hörtest und eine Gleichgewichtsprüfung. So kann der HNO-Arzt oder die HNO-Ärztin feststellen, ob gleichzeitig auch ein Hörverlust oder eine Erkrankung des Gehörsystems vorliegt. 
Zum Schluss folgt die eigentliche Tinnitus-Analyse, bei der die Lautstärke und Tonhöhe des Ohrgeräuschs ermittelt werden. Auf diese Weise lässt sich herausfinden, mit welchen Frequenzen sich das Ohrgeräusch überdecken und somit behandeln lässt.   

Welche Formen der Tinnitus-Therapie gibt es?

Medikamente
Die Behandlung eines akuten Tinnitus (bis zu drei Monaten) erfolgt mit Kortison oder durchblutungsfördernden Medikamenten. In vielen Fällen ist so eine Tinnitus-Heilung möglich.  

Allerdings: Eine Therapie, die Ohrgeräusche heilen kann, falls das Symptom schon länger als drei Monate anhält, gibt es leider noch nicht. Aber es existieren wirksame Behandlungsansätze, die helfen, mit einem chronischen Tinnitus besser zurechtzukommen. Abhängig von der Art des Ohrgeräuschs wird die passende Behandlung gewählt.
Tinnitus-Retraining-Therapie
Die am häufigsten und erfolgreichsten angewandte Methode ist die sogenannte Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT). Ihr Ziel: Der Patient soll seinen chronischen Tinnitus so gut kennenlernen, dass es ihm mit der Zeit gelingt, ihn aus der Wahrnehmung zu verdrängen. Oder anders gesagt: Das Gehirn lernt durch die TRT-Therapie schrittweise, sich an den Tinnitus zu gewöhnen und das Geräusch nicht mehr als so dominant wahrzunehmen. Auf diese Weise kann die seelische Belastung des Betroffenen stark reduziert werden. Die Tinnitus-Retraining-Therapie ist ideal für Menschen mit leichtem oder chronischem Ohrgeräusch. Wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Tinnitus-Retraining-Therapie: konsequente und aktive Mitarbeit des Patienten. Dies gilt auch für die sogenannte Kognitive Verhaltenstherapie. Hier versucht der Betroffene mithilfe eines Psychotherapeuten seine Wahrnehmung der Geräusche im Ohr so zu verändern, dass sie ihn weniger stören.

Manche Betroffene mit einem chronischen Tinnitus machen auch gute Erfahrungen mit alternativen Ansätzen, beispielsweise mit Chinesischer Medizin. Ratsam ist auch der Austausch mit anderen Betroffenen, beispielsweise über eine Selbsthilfegruppe der Tinnitus-Liga.

Die drei Säulen der Tinnitus-Retraining-Therapie

1. Säule: Aufklärung und Beratung. Wer über die richtige Information verfügt und die Thematik gut kennt, empfindet die Ohrgeräusche als weniger bedrohlich.
2. Säule: Klangtherapie. Mittels Konzentration auf angenehme Geräusche (Zierbrunnen, Naturklänge, Musik u.Ä.) wird das negative Ohrgeräusch in den Hintergrund gedrängt.
3. Säule: Steigerung des psychischen und physischen Wohlbefindens. Hierfür gibt es verschiedene, sehr individuelle Ansätze, von der Verhaltens- und Gesprächstherapie bis hin zu Yoga und Tai-Chi.
Hörgeräte und Noiser
Neben der Tinnitus-Retraining-Therapie kann der HNO-Arzt oder die HNO-Ärztin auch ein Hörgerät mit Tinnitus-Noiser empfehlen. Solche Hörgeräte haben eine doppelte Wirkweise: Sie gleichen den Hörverlust aus, damit der Patient bzw. die Patientin äußere Geräusche wieder besser wahrnimmt, und sie lenken durch angenehme, positiv wahrgenommene Klänge vom lästigen Pfeifen oder Brummen ab. Tatsache ist: Etwa 80 Prozent der Tinnitus-Betroffenen leiden gleichzeitig an einem Hörverlust. Oft hat das Ohrensausen genau die Frequenz, die von der betroffenen Person am schlechtesten wahrgenommen wird. 

Tipps für den Umgang mit einem Tinnitus

  • Meiden Sie Stress und finden Sie eine Entspannungstechnik, die gut  zu Ihnen passt (autogenes Training, Yoga, Tai-Chi oder Ähnliches).
  • Hören Sie auf zu rauchen. Nikotin wirkt Tinnitus-fördernd.
  • Achten Sie auf Ihre Ernährung. Und: Alkohol sollte nur in Massen konsumiert werden.
  • Leben sie aktiv und treiben Sie Sport. Körperliche Betätigung fördert den Stressabbau und lenkt von den Ohrgeräuschen ab.
  • Schlafen Sie ausreichend. Ausgeschlafene nehmen einen chronischen Tinnitus weniger intensiv wahr.
  • Wählen Sie Aktivitäten, die Ihnen Spaß machen! Das lenkt von den Ohrgeräuschen ab.
  • Tragen Sie stets einen Hörschutz, wenn Sie sich Lärm oder lauter Musik aussetzen.

Wie kann man einem Tinnitus vorbeugen? 

Tipps zur Prävention von chronischen und akuten Ohrgeräuschen:   
  • Ursachen meiden und Ohren schützen: Gehen Sie übermäßigem Lärm aus dem Weg. Schützen Sie Ihre Ohren, falls sich bestimmte Lärmquellen am Arbeitsplatz oder in der Freizeit nicht vermeiden lassen. Verwenden Sie Ohrstöpsel oder spezielle Kopfhörer.  
  • Allzu großem Stress aus dem Weg gehen: Stress begünstigt die Entstehung von unangenehmen Ohrgeräuschen. Schalten Sie lieber einen Gang zurück, statt eines Tages ganz auszufallen. 

Zögern Sie nicht! Gehen Sie schon bei den ersten Anzeichen bzw. im akuten Stadium zur Untersuchung. Denn je früher Sie sich bei ersten Ohrgeräuschen von einem HNO-Arzt bzw. einer HNO-Ärztin oder einer Hörakustikerin bzw. einem Hörgeräteakustiker beraten lassen und mit einer adäquaten Therapie behandelt werden, desto besser sind Ihre Heilungschancen.

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