Das Ohr ist neben dem Auge unser wichtigstes Sinnesorgan. Entsprechend folgenreich sind die Auswirkungen einer Hörminderung im Alltag. Doch wie kommt es überhaupt zu einem Hörverlust? Welche Veränderungen gehen dabei im Ohr vor sich? Und was sind die Ursachen? Erfahren Sie, wie.
Die Ursache eines Hörverlusts kann sich an verschiedenen Stellen unseres komplizierten und empfindlichen Hörorgans befinden: am Außenohr, im Mittelohr, im Innenohr oder sogar am Hörnerv. Nicht immer ist ein Hörverlust altersbedingt. Er kann auch ausgelöst werden durch starke Schalleinwirkung, Infektionen, Vergiftungen, Verletzungen oder Vererbung. Betroffen sind anfangs meist vor allem die höheren Frequenzen. Weil diese wichtig für das Hören der sogenannten leisen Konsonanten (f, s, p, t) sind, wird dadurch oft schon früh das Sprachverständnis beeinträchtigt. Je nach Art der Hörminderung kommen weitere Symptome hinzu, zum Beispiel ein Tinnitus, Lärmempfindlichkeit oder Schwindel. In fast allen Fällen ist Hörverlust dauerhaft. Und es ist oft schwer vorauszusagen, wie er sich weiter entwickeln wird.
Von einem Moment auf den anderen wird die Welt auf einem Ohr leiser. Stimmen und Musik hören sich plötzlich fremd an – es klingt, als wäre man in Watte gepackt. Das Phänomen heißt Hörsturz und sollte möglichst rasch von einem HNO-Arzt behandelt werden. Zwar ist die genaue Ursache nicht bekannt, es gibt jedoch Theorien, die als Erklärung dienen können. Die gängigste: eine Durchblutungsstörung der kleinsten Gefäße im Innenohr, also eine Art „Ohren-Infarkt“.
Grundlage: Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO, wonach jede Person mit einer Hörminderung ab 25 Dezibel (dB) als hörgeschädigt gilt.