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Alle Hörgeräte funktionieren nach demselben Prinzip: Sie nehmen die Umgebungsschall auf, dieser Schall wird in Form elektrischer Impulse verarbeitet und moduliert ans Ohr weitergeleitet. Je nach Grad des Hörverlusts und persönlichen Bedürfnissen unterscheiden sich die Hörgeräte jedoch erheblich. Nicht nur in Größe und Form, sondern auch punkto Eigenschaften und Funktionen. Welches Hörsystem ist ideal für mich? Verschaffen Sie sich einen Überblick!

Moderne Hörgeräte

Moderne Hörgeräte arbeiten mit der neuesten digitalen Technik. Sie werden individuell auf den jeweiligen Hörverlust und die persönlichen Bedürfnisse eingestellt. Das ist wichtig, denn jede betroffene Person nimmt ihren Hörverlust auf eine andere Art und Weise wahr. Moderne Hörsysteme besitzen Automatikprogramme für jede Umgebungssituation, Funktionen, welche die Sprache verstärken und störende Umweltgeräusche dämpfen, sowie eine Funktion zur Unterdrückung
von Rückkopplungsgeräuschen. Das alles erleichtert Menschen mit einem Hörverlust das Leben enorm und sorgt für eine verbesserte Lebensqualität. Wir erklären Ihnen an dieser Stelle, wie sich Hörgeräte entwickelt haben und wie moderne Hörgeräte funktionieren. Zudem erfahren Sie, wieso Hörgeräte mehr können, als nur den Schall im Ohr zu verstärken, und welche weiteren Hilfsmittel dazu beitragen können, das Sprachverstehen und den Klang zu verbessern.

Wie funktionieren moderne Hörgeräte?

Moderne Hörgeräte sind mittlerweile Hochleistungscomputer, die dank der neuesten Technologie perfekt auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt werden können und neben einem hohen Tragekomfort auch ein attraktives Design bieten. Zudem sind diese modernen medizinischen Geräte auch zu erschwinglichen Preisen erhältlich.

Sie bestehen meistens aus drei Hauptteilen: Mikrofon, Prozessor und Lautsprecher. Das Mikrofon nimmt die Geräusche aus der Umgebung, also die akustischen Signale, auf und leitet sie an den Prozessor weiter. Dieser verstärkt die Geräusche und
wandelt den Schall in elektrische Signale um. Und der Lautsprecher, auch Hörer genannt, leitet die Signale zum Ohr weiter. Dort trifft der Schall auf und kann von den Betroffenen wieder klar wahrgenommen werden.

Um Personen mit Hörgeräten ein einwandfreies Hören zu ermöglichen, verstärken Hörsysteme gezielt die Geräusche, die für die Kommunikation wichtig sind, und reduzieren Störgeräusche. Dieser Vorgang läuft bei aktuellen Hörgeräten komplett automatisch ab.

Wie können Hörgeräte helfen?

Hörgeräte funktionieren, indem sie die Lautstärke verstärken oder erhöhen. Ein Mikrofon nimmt den Ton auf, wie beispielsweise ein Musikstück, und wandelt ihn in elektrische Signale um. Die Lautstärke wird durch den Verstärker im Hörgerät erhöht. Ein Empfänger wandelt dann das elektrische Signal wieder in Töne um, die in das Ohr gesendet werden. Die Haarzellen im Innenohr wandeln die Schallschwingungen in Nervensignale um, die vom Gehirn aufgenommen werden, und imitieren somit natürliches Hören. Hörgeräte arbeiten mit Ihrem Gehirn zusammen. Wenn Töne in bestimmten Frequenzen nicht mehr an das Gehirn weitergeleitet werden, vergisst das Gehirn nach und nach, wie diese Töne zu interpretieren sind. Hörgeräte nehmen Töne auf, die Ihr Gehirn eine Zeit lang nicht verarbeitet hat.

Warum Hörgeräte mehr können als „einfach nur lauter“

Eine Hörminderung bedeutet nicht nur, dass jemand leise hört, sondern vor allem auch undeutliches Hören und Verstehen. Geräusche sind dann häufig in ihrer Tonalität anders, schriller oder brummender. Oft werden auch bestimmte Geräusche als unangenehm empfunden oder sogar als schmerzhaft. In diesen Fällen reicht „einfach nur lauter“ nicht, damit Betroffene wieder besser hören

Die richtige Lautstärke ermitteln

Die Technik zur Verstärkung von Tonsignalen ist jedoch unverzichtbar. Menschen mit Hörminderung können Töne erst ab einer bestimmten Lautstärke wahrnehmen – diese müssen also schon lauter sein als bei Menschen mit gutem Gehör. Aber wenn alles lauter wird, wäre eine Polizeisirene beispielsweise absolut unerträglich. Deshalb wird bei der Hörgeräteanpassung die sogenannte Unbehaglichkeitsschwelle ermittelt. Diese Schwelle bezeichnet den Schallpegel, ab dem Geräusche als unangenehm empfunden werden. Bei den meisten Normalhörenden liegt dieser Wert bei ungefähr 100 Dezibel (dB), das ist jedoch individuell verschieden.

Störschall und exakte Frequenzbereiche

Neben der Lautstärke allgemein muss ein Hörsystem gezielt die Frequenzen verstärken, die nicht mehr so gut gehört werden. Die digitalen Hörgeräte, die dem heutigen Stand der Technik entsprechen, können den jeweiligen Hörverlust in unterschiedlichen Frequenzbereichen exakt und gezielt ausgleichen.

Eine echte Herausforderung – für Technik und Mensch – stellt das Herausfiltern von Störschall dar. So erfolgt beispielsweise bei Unterhaltungen in belebten Restaurants auch bei Normalhörenden das Heraushören der Stimme eines Freundes unter sehr komplexen Verarbeitungsmechanismen. Aktuelle
Hörgerätetechniken bieten hierzu besondere Funktionen an, die das Sprachverstehen in solch schwierigen Situationen deutlich verbessern.

Um auch schwierige Situationen zu meistern, verfügen moderne Geräte über verschiedene Hörprogramme für unterschiedliche Hörsituationen, also beispielsweise für das Restaurant oder zum Musikhören. Außerdem verfügen Hörgeräte über mehrere Frequenzkanäle, sodass die Tonverstärkung individuell an die Bedürfnisse des Trägers bzw. der Trägerin angepasst werden kann. Auch ist die Unterdrückung von Störgeräuschen und des unangenehmen Rückkopplungspfeifens möglich.

Weitere technologische Hilfsmittel

Viele Hinter-dem-Ohr-Geräte verfügen über eine sogenannte T- oder Induktionsspule. Diese unterstützt das Telefonieren, indem sie die Sprachsignale des Telefons direkt an das Ohr überträgt. So werden die Klangqualität und das Sprachverstehen deutlich verbessert. Über diese Telefonspule können ohne weitere Zusatzgeräte auch induktive Höranlagen in Besprechungsräumen, Theatern oder Kirchen genutzt werden. Die Wortbeiträge können so direkt auf dem Hörgerät empfangen werden und störende Nebengeräusche werden ausgeblendet.

Hörsysteme mit Bluetooth können Sprache und Musik aus anderen bluetoothfähigen Audioquellen
(Mobiltelefon oder Fernseher) auf kurze Entfernungen kabellos empfangen. Dazu ist in manchen Fällen ein kleines Zusatzgerät (Streamer) nötig, das zwischengeschaltet wird und die Signale weitergibt. Mittlerweile gibt es auch Apps, mit denen man das Hörgerät via Smartphone bedienen kann. So kann das Gerät drahtlos reguliert werden.

Falls Sie sich nicht sicher sind, ob Sie ein Hörgerät benötigen, kann Ihnen unser kostenloser Hörtest  weiterhelfen. Sollte dieser eine Hörminderung bestätigen, empfehlen wir Ihnen einen Besuch in einem unserer Hörkompetenz-Zentren oder bei Ihrem HNO-Arzt oder Ihrer HNO-Ärztin.

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