Wie Hörgeräte funktionieren

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Hören und Verstehen sind in einem gewissen Ausmaß erlernte Fähigkeiten. Wenn wegen einer Hörminderung bestimmte Klänge, beispielsweise im Hochfrequenz-Bereich, nicht mehr an das Gehirn weitergeleitet werden, vergisst das Gehirn, wie diese Klänge zu interpretieren sind. Es verlernt buchstäblich das Hören. Ein Teil des Gehör-Spektrums geht verloren.

Wie können Ihnen Hörgeräte helfen?

Hörgeräte funktionieren, indem sie die Lautstärke verstärken oder erhöhen. Ein Mikrofon nimmt den Ton auf, wie beispielsweise ein Musikstück, und wandelt ihn in die elektrischen Signale um. Die Lautstärke wird durch den Verstärker in dem Hörgerät erhöht. Ein Empfänger wandelt dann das elektrische Signal wieder in Töne um, die in das Ohr gesendet werden. Die Haarzellen im Innenohr wandeln die Schallschwingungen in Nervensignale um, die vom Gehirn aufgenommen werden, und imitieren somit natürliches Hören. Hörgeräte arbeiten mit Ihrem Gehirn zusammen. Wenn Töne in bestimmten Frequenzen nicht mehr an das Gehirn weitergeleitet werden, vergisst das Gehirn nach und nach, wie diese Töne zu interpretieren sind. Hörgeräte nehmen Töne auf, die Ihr Gehirn eine Zeit lang nicht verarbeitet hat. Es kann dauern, bis Sie sich daran gewöhnt haben – bis zu einigen Wochen, je nach Schwere Ihrer Hörminderung. Daher ist es wichtig, Geduld zu haben und sich an Ihren Hörakustiker/Ihre Hörakustikerin zu wenden, wenn Sie Bedenken oder Fragen haben. Eine der Funktionen von Hörgeräten ist es, als eine Art „Trainer“ für das Gehirn zu fungieren, um das verloren gegangene Hörvermögen wiederherzustellen. Leise und hohe Töne können wieder wahrgenommen und spezifische Geräusche und Nuancen unterschieden werden. Es ist wichtig, Hörgeräte bereits so früh wie möglich zu tragen, sobald Sie eine Hörminderung feststellen, denn wenn Ihr Gehirn nicht „trainiert“ wird, kann das Hörvermögen dauerhaft verloren gehen.