Überblick

Wie hängen Hörverlust und Demenz zusammen?

Studien belegen, dass Menschen mit einem unbehandelten Hörverlust bis zu fünf Mal häufiger Demenz** entwickeln als jene ohne Hörverlust. Die genauen Zusammenhänge sind allerdings noch nicht vollends erforscht. Doch gibt es medizinische Studien zu diesem Thema, die darauf schließen lassen, dass eine unbehandelte Schwerhörigkeit das Risiko, an Demenz zu erkranken, erhöht, da mit abnehmendem Hörvermögen auch die geistige Leistung nachlässt. Menschen, die anfangen schlecht zu hören, ziehen sich oftmals immer mehr aus ihrem Sozialleben zurück. Durch den daraus resultierenden Mangel an akustischen Reizen nimmt die Leistung des Gehirns ab – es wird nicht mehr genug gefordert.

Andere Theorien besagen, dass das Gehirn bei einer unbehandelten Schwerhörigkeit stets versucht, die schwache Leistung des Gehörs auszugleichen. Das Gehirn ist also damit beschäftigt, sämtliche Informationen trotz der Schwerhörigkeit zu erkennen und zu verarbeiten. Durch den enormen Mehraufwand fehlt dem Gehirn dann wiederum Energie für andere Aufgaben, was bereits zu einer leichten Demenz führen kann.

Forscher und Forscherinnen haben zudem herausgefunden, dass die kognitiven Leistungsfähigkeiten bei schwerhörigen Menschen deutlich schneller nachlassen als bei Menschen ohne Hörminderung. Der geistige Abbau beschleunigt sich bei Schwerhörigen gegenüber Normalhörenden um 41 %.*** Bei Betroffenen, die ein Hörgerät tragen, fällt diese Quote hingegen deutlich geringer aus.

Wie können Hörgeräte helfen?

Laut einer Studie steigt das Risiko einer Demenz pro 10 Dezibel Hörverlust um den Faktor 2,7*. Bereits ab einem Hörverlust von 30–50 Dezibel spricht man von einer leichten Hörminderung, die durch das Tragen eines Hörgerätes im Regelfall gut kompensiert werden kann. Durch ein Hörgerät kann der Hörverlust insbesondere bei Altersschwerhörigkeit deutlich minimiert werden – und damit auch das Demenzrisiko.

Wie bei vielen Erkrankungen gilt auch bei der Schwerhörigkeit: Je früher man die Hörminderung bemerkt, desto besser kann man sie behandeln. Betroffene sollten daher bei den ersten Symptomen einer beginnenden Schwerhörigkeit eine Hörakustikerin bzw. einen Hörakustiker oder eine HNO-Ärztin bzw. einen HNO-Arzt aufsuchen, um ihr Gehör testen zu lassen.
Durch die rechtzeitige Versorgung mit einem Hörgerät können kognitive Beeinträchtigungen oftmals verhindert werden. Die auditiven Reize bleiben dank des Hörsystems bestehen und das Gehirn wird nach wie vor stimuliert. Durch das Tragen eines Hörgerätes muss das Gehirn zudem nicht versuchen, den Hörverlust auszugleichen, und hat so genug Energie für andere Dinge.

Jetzt Termin vereinbaren

Was ist Demenz?

Das demenzielle Syndrom oder kurz die Demenz wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Folge einer chronischen oder fortschreitenden Krankheit des Gehirns beschrieben, welche das Gedächtnis, das Denkvermögen und das Verhalten der Betroffenen beeinflusst. Auch die Fähigkeit, den Alltag allein zu bewältigen, kann folglich schwinden. Die Demenz-Erkrankung ist nicht nur für die Betroffenen selbst enorm belastend, sondern auch für ihre Angehörigen, da die Notwendigkeit der Pflege mit der stetigen Abnahme der kognitiven Fähigkeiten steigt. Der Begriff „Demenz“ hat seinen Ursprung übrigens im Lateinischen (dementia) und bedeutet so viel wie „ohne Verstand“. Die verschiedenen Formen der Demenz wie zum Beispiel Alzheimer gelten allgemein als unheilbar.
 

Symptome einer Schwerhörigkeit

Dass ältere Menschen etwas schlechter hören, ist keine Seltenheit. Doch viele Betroffene erkennen es viel zu spät oder scheuen sich aus Scham vor dem Weg zum HNO-Arzt bzw. zur HNO-Ärztin oder zur Hörakustikerin bzw. zum Hörakustiker. Oftmals sind es die Angehörigen, und nicht die Betroffenen selbst, die erste Anzeichen wahrnehmen. Wir verraten Ihnen, worauf Sie achten sollten, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie selbst oder jemand in Ihrem Umfeld Hörprobleme haben könnte. Lautet Ihre Antwort auf einige der folgenden Fragen „Ja“, sollten Sie zeitnah einen Hörtest durchführen lassen.
Frau setzt Mann Kopfhörer auf
  • Drehen Sie die TV- oder Radio-Lautstärke auf, um besser verstehen zu können?
  • Ist das Telefonieren anstrengender für Sie geworden?
  • Haben Sie das Gefühl, Ihr Gegenüber spricht oft undeutlich und leise?
  • Bitten Sie Ihre Gesprächspartner/Gesprächspartnerinnen öfter, das Gesagte zu wiederholen?
  • Empfinden Sie bestimmte Töne als besonders laut und unangenehm?
  • Haben Sie Schwierigkeiten, die Quelle/Richtung eines Geräusches zu bestimmen?
  • Ziehen Sie sich öfter aus dem sozialen Leben zurück und unternehmen Sie weniger mit anderen?
Einen schnellen Überblick kann auch unser Online-Hörtest geben:

Jetzt Online-Hörtest machen

Symptome einer Demenz

Die Ursachen und Symptome einer Demenz hängen zunächst von der Art der Erkrankung ab. Hier gibt es verschiedene Formen, wie zum Beispiel Alzheimer, die Lewy-Körperchen-Demenz oder die vaskuläre Demenz. Die Diagnose Demenz kann daher auch nur von einem Arzt oder einer Ärztin vorgenommen werden. Je nach Form der Erkrankung unterscheiden sich auch die Symptome stark, doch gibt es einige allgemeine Anzeichen, die auf eine Demenzerkrankung hinweisen. Auch hier sind die Angehörigen wieder gefragt, denn der erkrankte Mensch nimmt seinen eigenen kognitiven Abbau womöglich nicht mehr wahr.

Die betroffene Person ...
  • ist zunehmend vergesslich
  • verlegt immer häufiger Gegenstände
  • kann sich nur noch schwer konzentrieren
  • hat Probleme, Wörter für alltägliche Dinge zu finden
  • kann sich in fremden Gegenden zunehmend schlechter orientieren
  • hat ein eingeschränktes Kurzzeitgedächtnis
  • ist reizbarer oder/und unruhiger als sonst