Überblick

Kräutergarten für die Ohren

Wenn der Gang zur Apotheke zu mühsam ist und die Schmerzen noch nicht so groß, können oft auch Hausmittel aus Kräutern und Ölen Linderung verschaffen. Legen Sie doch einen kleinen Kräutergarten an! Kräuter sind in der Regel pflegeleicht und benötigen wenig Platz. Sie sind aber in vielerlei Hinsicht nützliche Alleskönner, die nicht nur ein Essen aufwerten können, sondern auch die Gesundheit stärken. So können Kräuter zum Beispiel die Durchblutung fördern, Reize lindern, leichte Schmerzen abmildern oder die Konzentration stärken. Wie Sie auch mit wenig Platz und ohne Garten einen tollen „Erste Hilfe“-Kräutergarten anbauen können und welche Kräuter gut für das Ohr sind, erfahren Sie hier.

Bitte beachten Sie: Bei Fieber, starken Schmerzen oder wenn nach drei Tagen keine Besserung eintritt, sollten Sie immer eine Ärztin oder einen Arzt konsultieren, um eine bakterielle Infektion oder andere schwere Ursachen auszuschließen.

Kleine Kräuterkunde – Gewürze für Gesundheit und Gehirn

Kräuter und Gewürze können einen sehr positiven Einfluss auf die Gehirnleistung haben. Die zugrunde liegenden Wirkstoffe begünstigen eine Verbesserung des Kurzzeitgedächtnisses, steigern die Konzentration und können verschiedenen Erkrankungen des Nervensystems vorbeugen. Das hilft dann auch unseren Ohren, fit zu bleiben, denn arbeitet das Gehirn einwandfrei, können auch die vom Ohr weitergeleiteten Geräusche und Reize im Gehirn besser verarbeitet werden.

Einige Gewürze und Kräuter lassen sich zu Hause nur schwer anpflanzen, so zum Beispiel Ginkgo, Chili, Kurkuma, Zimt, Gewürznelken oder Pfeffer. Diese können Sie über den Supermarkt oder das Reformhaus beziehen. Aber auch bestimmte Blüten wie Kamille, Arnika, Lindenblüten, Lavendel und Holunder besitzen heilende und durchblutungsfördernde Eigenschaften und können nützliche Helferchen aus dem Garten sein.

Andere Kräuter bekommen Sie im Handel hingegen leichter. In vielen Supermärkten, Gartencentern und Baumärkten sind die unterschiedlichsten Kräuter zu finden. Viele davon gehören in den meisten Haushalten zum Standard-Küchensortiment. So unter anderem:
Thymian
  • Verbessert die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren, die die Zellerneuerung stärken
  • Wirkt antiseptisch
Salbei
  • Verlangsamt den Abbau des Botenstoffs Acetylcholin und verlängert so die Spanne des Erinnerungsvermögens
  • Wirkt entzündungslindernd
Oregano
  • Hilft dabei, sich zu konzentrieren, indem es die Aufnahme von Neurotransmittern unterstützt
  • Filtert freie Radikale
Rosmarin
  • Das enthaltene Carnesol sorgt für eine längere Lebensdauer von Neurotransmittern und beugt Zellschäden vor
  • Wirkt entzündungshemmend
Melisse
  • Die ätherischen Öle mobilisieren den Botenstoff Acetylcholin und fördern so das Erinnerungsvermögen und die Lernfähigkeit
  • Wirkt entspannend und virenhemmend
Pfefferminze
  • Die ätherischen Öle beleben und fördern die Konzentration
  • Wirkt schmerzlindernd
Kräuter und Gewürze

Verarbeitung der Kräuter

Je nach Kräuterart können Sie die Heilkräuter in unterschiedlichen Varianten zum Einsatz bringen. So zum Beispiel klassisch als Tee, als Duftöl für den Raum, als Tinktur oder als Wickel. Für letztere eignen sich bei Ohrenschmerzen jedoch eher Blüten oder Zwiebel.

Als Tee oder Duftquelle eignen sich Kräuter am besten. So können sie über die Körperwärme oder die Atemwege am besten aufgenommen werden. Kräuter können Sie entweder pflücken und trocknen oder Sie gießen die gewaschenen Blätter direkt mit heißem Wasser auf. Bei einigen Heilkräutern ist es sinnvoll, die Blätter nach dem Zupfen und Waschen noch zu zerkleinern und nachher wieder aus dem Teewasser zu entnehmen, da sich sonst Bitterstoffe entwickeln können. Pfefferminze hingegen können Sie auch als ganze Blätter ins Wasser geben. Im Sommer sind Minzarten hervorragend geeignet, um kalten Getränken wie Wasser, Bowlen oder alkoholfreien Cocktails das gewisse Etwas an Geschmack zu verleihen. Eine Beigabe zu alkoholischen Getränken kann die Wirkung hingegen vermindern.
Wie bei Medikamenten sollten Sie auch Hausmittel nicht dauerhaft zu sich nehmen, sondern nur in akuten Fällen oder in geringen Mengen, nicht täglich. Es kann sonst sein, dass eine Art Gewöhnungseffekt entsteht, welcher die Wirksamkeit beeinträchtigt, oder dass unerwünschte Nebeneffekte ausgelöst werden wie Übelkeit oder Kopfschmerzen. Außerdem reagiert jede Person anders auf die Wirkstoffe der Hausmittel. Was bei der einen wirkt, wirkt bei dem anderen vielleicht nicht so gut. Berücksichtigen Sie auch immer Allergien oder etwaige Vorerkrankungen. Wenn Sie sich unsicher sind, was Sie besser nicht nutzen sollten, dann informieren sich bei Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin oder bei einer Apothekerin bzw. einem Apotheker über Wechselwirkungen, zum Beispiel mit Medikamenten. In Maßen genutzt, sind Kräuter jedoch eine tolle erste Anlaufstelle zur Unterstützung der Gesundheit und des Wohlbefindens und die Gartenpflege ist eine super Freizeitbeschäftigung.

Kräutergarten leicht gemacht

Egal, ob Sie einen großen Garten mit viel Platz, einen kleinen Balkon oder nur Platz in der Küche haben: Für jede Raumsituation gibt es Lösungen für optisch schöne und funktionale Kräutergärten. Am wenigsten aufwendig ist es, die Kräuter in ein Gartenbeet oder in kleine Töpfe zu pflanzen. Manche Kräuter wachsen in kleinen Behältnissen sogar besser und über das ganze Jahr hinweg. Wer zu Hause aber nicht genug Platz auf der Fensterbank hat oder optisch gerne etwas Ausgefallenes sucht, findet hier vielleicht ein paar Ideen:
  • Tontöpfe sind in der Regel am umweltfreundlichsten, leider aber auch sehr schwer. Stellen Sie die Töpfe daher am besten direkt auf eine gerade Fläche, wo sie bleiben sollen. Achten Sie darauf, dass die Töpfe unten ein Loch haben, damit Wasser abfließen kann und die Kräuter nicht schimmeln. Am besten ist es, wenn Sie auch einen kleinen Unterteller als Auffangbehältnis darunterlegen, damit das Wasser nicht über den Boden fließt und diesen evtl. beschädigt. Optisch etwas spannender ist es, wenn Sie kleine Töpfe auf dem Boden zu einer Pyramide stapeln, egal ob versetzt oder vom größten zum kleinsten Topf.
  • Balkonkästen können Sie am Balkongeländer
einhängen oder übereinander ans Geländer oder an Wände schrauben. Aber auch andere Gefäße wie Metalleimer oder Holzkisten eignen sich. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.
  • Auch Pflanzentreppen oder Pflanzensäcke sind ein Hingucker und eignen sich bei wenig Platz sehr gut. Für Treppen oder Regale reichen oft schon ein paar Winkel und Bretter oder alte Paletten. Bauanleitungen finden sich im Internet unter dem Begriff „Urban Gardening“ zuhauf.
  • Für den Indoor-Kräutergarten können Sie Topfkonstruktionen verwenden, die von der Decke hängen, nutzen Sie Hochregale oder wandeln Sie ein Gewürzregal mit kleinen Behältern in eine Kräuterwand um. Je kleiner die Behältnisse sind, desto begrenzter ist allerdings auch die Lebensdauer der Kräuter. Wer keine Töpfe zur Hand hat und nicht erst in den Baumarkt fahren will, kann auch Eierkartons für die Setzlinge nutzen. Genauso eignen sich aber auch alte Dosen, leere Einmachgläser, zugeschnittene Mehrwegflaschen oder alte Joghurtbecher. Unter dem Suchbegriff „Upcycling-Kräutergarten“ finden Sie viele originelle Ideen im Internet.
Pflanzen
Achtung, nicht alle Kräuter mögen die direkte Sonne! Wenn Sie also auch im Sommer etwas von Ihren Kräutern haben wollen, nutzen Sie lieber indirekte Sonneneinstrahlung oder spannen Sie ab und zu mal den Sonnenschirm auf. Informieren Sie sich am besten vorher, welche Bedingungen und Pflege für die jeweiligen Kräuter maßgeblich sind, damit Sie diese lange genießen können.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Basteln und Testen. Bleiben Sie gesund!