Die meisten Menschen tun jahrelang nichts gegen ihren Hörverlust. Sie zögern einen Besuch beim HNO-Arzt oder bei der HNO-Ärztin hinaus und warten zu lange damit, sich ein Hörgerät zu beschaffen. Der Grund für den geringen Handlungsdruck liegt darin, dass sich Hörverlust über viele Jahre hindurch verschlechtert. Typischerweise sind die ersten Anzeichen kaum wahrnehmbar.

Wenn Sie vermuten, unter Hörverlust zu leiden, sollten Sie so früh wie möglich einen Termin mit einer Gehörspezialistin oder einem Gehörspezialisten vereinbaren.
Dabei handelt es sich um einen wichtigen Schritt, denn nur ein HNO-Arzt oder eine HNO-Ärztin kann eine genaue Diagnose stellen und die Schwere Ihres Hörverlusts feststellen. Wenn Sie schon länger an Hörverlust leiden, benötigen Sie wahrscheinlich Hörsysteme, um Ihr Hörvermögen zu verbessern.



Obwohl es viele Arten des Hörverlusts gibt, können HNO-Ärzte und HNO-Ärztinnen oft eine Lösung vorschlagen.
 

Überblick

Häufigste Arten von Hörverlust

Schallleitungsschwerhörigkeit
Bei Schallleitungsschwerhörigkeit können Schallwellen nicht mehr vollständig ins Innenohr vordringen. Bei dieser Erkrankung können Geräusche nicht durch das Außen- und Mittelohr dringen. Betroffene hören weiche Klänge nicht mehr so gut, während laute Geräusche gedämpft wirken. Schallleitungsschwerhörigkeit kann viele verschiedene Ursachen haben – zum Beispiel Flüssigkeitsansammlungen im Mittelohr, Ohrenentzündungen, Otitis media, eine Dysfunktion der Eustachischen Röhre oder ein perforiertes Trommelfell.
Schallempfindungsschwerhörigkeit
Zu einer Schallempfindungsschwerhörigkeit kommt es aufgrund von Beschädigungen im Innenohr. Betroffene Personen hören weiche Geräusche dann sehr schlecht, während auch laute weniger klar ankommen. Die häufigsten Ursachen dafür sind unter anderem verschiedene Erkrankungen, Medikamente, der gewöhnliche Alterungsprozess und Kopfverletzungen. Wenn Sie unter massivem Hörverlust leiden, der durch ein Hörgerät nicht mehr ausgeglichen werden kann, wird Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin womöglich ein Chochlea-Implantat empfehlen.
 
Kombinierter Hörverlust
Kombinierter Hörverlust wird von Beschädigungen im Außen-, Mittel- oder Innenohr ausgelöst. Alle Ursachen einer Schallleitungsschwerhörigkeit können zu kombiniertem Hörverlust führen.
Da Hörverlust alle Aspekte Ihres Lebens betrifft, ist es essenziell, einen Experten oder eine Expertin aufzusuchen. Je nach Fall wird Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin vielleicht ein Hörgerät anraten, um Ihr Gehör zu verbessern.


Vorsorglich gibt es einige Aktivitäten, die Ihnen helfen können, Ihr Gehör zu verbessern:

Lösen Sie Rätsel

Ihr Gehirn ist ein faszinierender Teil Ihres Körpers und spielt bei der Verarbeitung von Tönen, die an Ihr Ohr dringen, eine wichtige Rolle. Genau wie Ihre Muskeln benötigt auch Ihr Gehirn regelmäßiges Training, um fit zu bleiben.

Rätsellösen ist eine unterhaltsame Möglichkeit, Ihr Gehirn in Top-Form zu halten und einem Abbau vorzubeugen. Beispiele für Rätsel sind Kreuzworträtsel, Wortsuchrätsel und Sudoku. Der Schlüssel dabei ist, diese Übungen regelmäßig zu machen: wenigstens einmal pro Woche, am besten aber täglich.

In jeder Ausgabe unseres EINKLANG – Magazin für Hörgesundheit – finden Sie daher auch immer eine Rätselseite. Sie können das Magazin online durchblättern oder sich kostenlos nach Hause liefern lassen.

Spielen Sie Karten

Karten- oder Brettspiele mit Freundinnen, Freunden und der Familie sind eine unterhaltsame Möglichkeit, Ihren Verstand zu schärfen und mit Ihren Lieben in Kontakt zu bleiben. Sozialer Kontakt ist besonders hilfreich, um Isolation vorzubeugen. Viele Menschen bekommen durch einen Hörverlust Angst, werden eventuell sogar depressiv und scheuen sich deshalb, an sozialer Interaktion teilzunehmen, während ihr Hörvermögen weiter abnimmt.

Yoga für das Gehör

Yoga bietet viele Vorteile, um Körper, Geist und Seele gesund zu halten. Wussten Sie, dass es spezielle Yoga-Posen gibt, die für das Gehör vorteilhaft sind? Yoga kann Ihr Hörvermögen verbessern, indem es die Durchblutung in Ihrem Gehirn und Ihren Ohren erhöht. Eine bessere Durchblutung verbessert die Nervenfunktion und hilft dabei, die Zellen zu entgiften.

Die besten Yoga-Posen, um Ihre Blutzirkulation zu verbessern, sind die Baum-, Kobra-, Dreieck- und Kamel-Pose. Forscher haben sogar festgestellt, dass Yoga die Symptome eines Tinnitus – eines Klingelns in den Ohren – lindern kann. Betreiben Sie regelmäßig Yoga und eventuell stellen Sie bald fest, dass auch Ihre Ängstlichkeit und Ihr Stress zurückgehen.

Tägliche Bewegung

Sich täglich zu bewegen, ist nicht nur für die Gesundheit unserer Ohren wichtig, sondern auch dafür, den ganzen Körper und unseren Geist in Form zu halten. Aktiv zu bleiben verbessert das Wohlbefinden – physisch und psychisch. Sie müssen nicht jeden Tag einen Halbmarathon laufen, um von den gesundheitlichen Vorteilen von Bewegung zu profitieren. Wählen Sie eine Art der körperlichen Betätigung, die Ihnen Spaß macht, wie beispielsweise Gehen, Laufen, Schwimmen, Springen, Yoga oder vielleicht sogar Gartenarbeit. Alle diese Aktivitäten helfen Ihnen, Ihr Blut in Wallung zu bringen und Ihre Durchblutung zu fördern. Egal, was Sie persönlich bevorzugen: Der Schlüssel ist, körperliche Betätigung zu einem fixen Bestandteil Ihrer täglichen Routine zu machen.
Bewegung bewirkt Wunder für die Durchblutung in Ihrem Innenohr. Die Chochlea ist ein wichtiger Teil Ihres Gehörs, da sie Schallvibrationen in Nervenimpulse umwandelt. Sie profitiert immens von erhöhter Durchblutung. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie nicht gerne trainieren. Sogar Bewegung mit niedriger Intensität (zweimal pro Woche) kann einen positiven Effekt auf Hörverlust haben. Vermeiden Sie auf jeden Fall, Kopfhörer zu tragen und dabei laute Musik zu hören. Lärm beschädigt nachweislich die Haarsinneszellen im Ohr – sind sie einmal abgestorben, wachsen sie nie wieder nach. Die Faustregel lautet: Wenn die Menschen um Sie herum die Musik in Ihren Kopfhörern hören können, ist das ein Signal dafür, dass sie zu laut ist.

Meditieren Sie

Meditation ist eine uralte Methode und zahlreiche Studien belegen ihre vielen Vorteile für die Gesundheit. Viele sind überrascht, wenn sie hören, dass Meditation sogar dabei helfen kann, das Gehör zu verbessern. Im Stillen zu sitzen und in sich hineinzuhören, hilft dem Körper, den Blutdruck und Blutstrom zu regulieren sowie andere physiologische Prozesse zu normalisieren. Das Meditieren ist überaus gut dazu geeignet, Stress zu reduzieren und damit potenzielle negative Auswirkungen auf Körperfunktionen abzumildern.

Diese einfache und dennoch äußerst wirksame Methode fördert die Tiefenentspannung und verbessert die Durchblutung des Gehirns. Wenn Sie sich auf die Geräusche um Sie herum oder andere – wie Vogelgezwitscher – einstellen, trainieren Sie nebenbei Ihr Gehör. Indem Sie Töne zur Meditation verwenden, sind Sie im täglichen Leben viel besser auf diese eingestellt. Mit der Zeit wird Ihr Unterbewusstsein Ihnen helfen, bestimmte leisere Geräusche besser wahrzunehmen, die Ihnen vorher vielleicht entgangen wären. Obwohl es sich hierbei um eine mentale Maßnahme zur Verbesserung Ihres Hörvermögens handelt, ist sie dennoch sehr effektiv.

In einem Park zu meditieren, ermöglicht es Ihnen, tief in eine ganze Reihe von Geräuschen einzutauchen. Während des Meditierens ausgeführte Atemübungen führen zur Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff und verbessern die Durchblutung. Konzentrieren Sie sich abwechselnd auf Ihren Körper und die Sie umgebenden Geräusche.

Geräusche lokalisieren

Die meisten Menschen sind sich nicht bewusst, dass beim Hören nicht nur ihre Ohren im Einsatz sind. Auch das Gehirn übernimmt beim Verarbeiten von Geräuschen eine wichtige Rolle. Sie können diese Fähigkeit Ihres Gehirns optimieren, indem Sie es darauf trainieren, sich auf Geräusche zu konzentrieren. Das ist eine effektive Methode, um die Fähigkeit, Geräusche zu lokalisieren und zu interpretieren, zu schärfen. Es gibt dazu verschiedene Hörübungen:
  1. Machen Sie in einem Raum Musik an, bewegen Sie sich durch Ihr Haus/Ihre Wohnung und achten Sie auf die kleinen Unterschiede in den Tönen, während Sie Ihren Standort verändern. Versuchen Sie, die Texte so gut wie möglich zu verstehen und die verschiedenen Instrumente, die im jeweiligen Lied gespielt werden, zu identifizieren. Ändern Sie ab und zu die Lautstärke und den Ort der Übung.
  2. Schalten Sie eine Geräuschquelle (z. B. ein Radio) in einem Teil eines Raums ein. Spielen Sie Musik mit geringer Lautstärke ab. Schalten Sie eine weitere Geräuschquelle ein und platzieren Sie diese in einem anderen Teil desselben Raums. Drehen Sie die Lautstärke der beiden Geräuschquellen nach oben, bis eine laute Kulisse hergestellt ist.
  3. Bitten Sie einen Freund oder ein Familienmitglied, Ihnen aus einem Buch vorzulesen und dabei im Raum herumzugehen. Schließen Sie Ihre Augen und hören Sie aufmerksam zu. Wiederholen Sie die Sätze und versuchen Sie herauszufinden, wo die Worte herkommen.
Versuchen Sie einige oder alle der oben genannten Übungen, um Ihr Hörvermögen zu verbessern. Wenn Sie an Hörverlust leiden, lassen Sie aber bitte auf jeden Fall Ihr Gehör testen. Ein von einem professionellen Hörakustiker bzw. einer professionellen Hörakustikerin oder einer HNO-Ärztin bzw. einem HNO-Arzt durchgeführter Hörtest ist unentbehrlich, um die Art und Schwere eines Hörverlusts herauszufinden.
Hörleistung verbessern